"Risiko": Twitter verbietet nun politische Werbung

Twitter-Chef Jack Dorsey hat angekündigt, in Zukunft keinerlei politische Werbung mehr zu erlauben. Das Risiko der Beeinflussung sei zu groß.
Künftig wird es auf dem Kurznachrichtendienst Twitter nicht mehr möglich sein, politische Werbung zu schalten. Twitter-Chef Jack Dorsey gab am Mittwochabend bekannt, dass es weltweit keinerlei bezahlte politische Werbung mehr geben werde.

Die Reichweite für politische Inhalte "soll verdient sein, nicht gekauft", begründet Dorsey die Entscheidung in einem von mehreren Tweets. Politische Tweets solle Reichweite erlangen, weil Menschen entscheiden, dem betreffenden Account zu folgen.



CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Durch gekaufte Reichweite würde die Entscheidung der Benutzer ausgehebelt und Menschen würden "hochoptimierte politische Botschaften aufgezwungen", so Dorsey weiter.

"Bedeutende Risiken für die Politik"

Die enorme Macht von gekaufter Reichweite berge "bedeutende Risiken für die Politik, da diese genutzt werden kann, um Wählerstimmen zu beeinflussen und sich so auf das Leben von Millionen Menschen auswirkt", so der Twitter-Chef.

Der Zeitpunkt dieser Entscheidung kommt wohl nicht von ungefähr: Erst kürzlich wurde Facebook-Chef Mark Zuckerberg von der Senatorin Alexandria Ocasio-Cortez damit konfrontiert, dass Facebook auch irreführende und und faktisch falsche Wahlwerbung erlaube.



Reaktion auf "Cambridge Analytica"-Skandal

Soziale Netzwerke bzw. Medien sind spätestens seit dem "Cambridge Analytica"-Skandal schwer unter Druck, gegen Wahlmanipulation durch irreführende oder allzu optimierte Werbung vorzugehen.

Die Datenauswertungsfirma "Cambridge Analytica" soll die US-Präsidentschaftswahl 2016 mit individuell gezielter Werbung deutlich zu Gunsten von Donald Trump beeinflusst haben. Dafür soll das Unternehmen zum Teil widerrechtlich Nutzerdaten von Facebook-Usern gesammelt bzw. diese über Facebook selbst bezogen haben.

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