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Übergewicht: Problemfaktor Sozialstatus

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:16

Welche Rolle spielt der soziale Status bei Übergewicht und Adipositas? Psycho-soziale Aspekte sollen einen Einfluss auf das Gewicht beziehungsweise die Gewichtsreduktion haben. Wir haben die wichtigsten Informationen zu diesem Thema für Sie zusammengefasst.

Die Frage nach den Einflussfaktoren auf Übergewicht und Fettleibigkeit beschäftigt die Soziologie schon seit längerem. Klar ist, dass das Essverhalten Teil der menschlichen Sozialisation ist. Dieser Prozess beginnt bereits in ganz jungen Jahren und hat einen bedeutenden Einfluss auf das spätere Ernährungsverhalten. Traditionell lernt man also in der Familie, wie wann und vor allem was gegessen werden sollte. 

Auch wenn unser Essverhalten im Grunde von uns frei steuerbar ist, fällt es Erwachsenen besonders schwer, alte Muster abzulegen und neue Verhaltensweisen zu erlernen. Spricht man mit übergewichtigen Menschen, so geben diese oft an, keinen Einfluss und keine Kontrolle über ihr Essverhalten zu haben. Es zeigt sich also, dass die gelernten Essroutinen sehr tief im Menschen verankert sind. 

Psychologische Faktoren

Neben dem Aspekt der Sozialisation muss man auch die Bedeutung von psychologischen Faktoren berücksichtigen. Depression, Isolation, Kontrollverlust und Frustration können Übergewicht verursachen. Essstörungen werden oft lange verheimlicht, da sich die Betroffenen schämen und zurückziehen. 

Sozio-kulturelle Faktoren

Der moderne Lebensstil in der westlichen Welt ist maßgeblich von Bewegungsmangel, Überernährung und gestörtem Essverhalten gekennzeichnet. Auch der Körperkult und der Schlankheitswahn wirken sich negativ auf die Essgewohnheiten der Menschen aus. Essen ist immer verfügbar und man hat immer Zugriff auf essbare Kost.

Auch die Bedeutung von Sport rückt neben ständiger Büroarbeit oft in den Hintergrund. So verbraucht man nicht genug Energie, um die tägliche Kalorienzufuhr auszugleichen. Das Ergebnis: Gewichtszunahme und im Extremfall Übergewicht. 

 



Das sagt unser  : "Auch bei geringem Budget ist eine Verbesserung der Ernährungssituation möglich. Zunächst können die Mengen reduziert werden – oftmals wird einfach zu viel gegessen. Auch der Inhalt lässt sich rasch verbessern – weg von extrem fetten und süßen Nahrungsmitteln wie Schokoladesnacks und Fertigprodukten hin zu selbst zubereiteten Mahlzeiten!"



Ökonomische Faktoren

Der Faktor "Geld" spielt in vielen Lebensbereichen eine bedeutende Rolle. Auch in puncto Ernährung lässt sich der Aspekt der Finanzierung nicht eliminieren. Gute und gesunde Lebensmittel sind meist nicht ganz kostengünstig. Obwohl selbstgekochte Speisen immer noch billiger als regelmäßige Restaurantbesuche sind, muss man für die Zubereitung auf jeden Fall Zeit "opfern".
In vielen Familien, besonders betroffen sind Alleinerzieher, ist dies jedoch nicht möglich.

So beschränkt man sich auf billige und ungesunde Fertigprodukte oder Fast Food.  Normalgewichtige Menschen trifft man meist in der gebildeten Mittel-und Oberschicht. Hier scheint das Bewusstsein für gesunde und ausgewogene Ernährung stärker ausgeprägt zu sein.

Individuelle Faktoren

Stressbewältigung, Frustrationsbekämpfung oder Belohnungsverhalten sind oft der Grund für unnötige Fressattacken. Der angefressene Speck kann auch als Schutzschild fungieren - man schützt sich vor den negativen Erfahrungen, die man im Alltag erlebt.

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