Der sogenannte Österreich-Aufschlag sorgt immer wieder für Ärger. Eine Erhebung der Arbeiterkammer (AK) zeigt: Wer in Österreich einkauft, zahlt für identische Markenprodukte im Schnitt deutlich mehr als Kunden in Deutschland – "Heute" berichtete. Laut AK kosten dieselben Lebensmittel hierzulande durchschnittlich 26 Prozent mehr.
Besonders groß sind die Preisunterschiede bei einzelnen Produkten. So kosten etwa Speiseeis oder Kaffee in Österreich teilweise fast doppelt so viel wie beim deutschen Nachbarn. Einen ähnlichen Fund machte auch ein "Heute"-Leser bei einem Einkauf in einer DM-Filiale in Berlin.
Dort entdeckte er eine 0,5-Liter-Flasche Vöslauer – und zwar um mehr als 20 Cent günstiger als in Österreich. Während das Mineralwasser in Deutschland für 65 Cent (sowohl still als auch prickelnd) verkauft wird, kostet dieselbe Flasche hierzulande 89 Cent. Besonders kurios: Vöslauer ist ein österreichisches Unternehmen.
Hinter dem sogenannten Österreich-Aufschlag stecken laut AK sogenannte territoriale Lieferbeschränkungen. Diese ermöglichen es internationalen Herstellern, ihre Produkte in verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Preisen anzubieten.
Gleichzeitig können sie Händlern untersagen, identische Waren günstiger in einem anderen EU-Mitgliedstaat einzukaufen. Die Folge: Österreichische Supermärkte müssen höhere Einkaufspreise bezahlen – und geben diese an die Kunden weiter. Doch genau das sorgt vor allem österreichische Produkte betreffend nach wie vor für Unverständnis.