Infantino hat sich mit seinen Skandal-Plänen zur Privatisierung der Weltmeisterschaften bei Männern und Frauen sowie der Klub-WM ein ganz großes Eigentor geschossen. Der so mächtige FIFA-Boss wollte eigentlich die Firma FIFA Forward Enterprise gründen, um 20 Prozent dieses Unternehmens dann an Investoren abzugeben. Konkret galt Joshua Kushner, der Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, mit seinem Investmentunternehmen als Hauptinvestor.
Schnell regte sich allerdings großer Widerstand gegen die Investorenpläne. Allen voran preschte die UEFA vor. Europas Fußballverband kündigte bereits einen Boykott der FIFA-Turniere an. Auch die Konföderationen aus Nord- und Mittelamerika und aus Asien kritisierten Infantino scharf. Der 56-Jährige zog dann schnell seine Pläne zurück. Nun geht es aber um seinen Job. Denn immer mehr Nationalverbände entziehen Infantino das Vertrauen und wollen beim FIFA-Kongress 2027 in Marokko nicht mehr für den Schweizer stimmen.
Doch der UEFA reicht das nicht. Präsident Aleksander Ceferin gilt als großer Kritiker Infantinos und will nun umgehend dessen Aus. Deshalb soll in der kommenden Woche ein weiterer Boykott-Plan geschmiedet werden – ausgerechnet in Salzburg. Ceferin wolle nämlich mit PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi, gleichzeitig auch Vorsitzender der Europäischen Klub-Vereinigung EFC, über einen möglichen Boykott der Klub-Weltmeisterschaft 2029 sprechen. Und zwar für den Fall, dass Infantino nicht zurücktritt, berichtet "talkSport".
Ceferin wolle den PSG-Boss davon überzeugen, dass die Klub-Vereinigung nicht mehr mit der FIFA unter Infantino zusammenarbeiten solle. Aus Österreich sind Meister LASK, Vizemeister Sturm Graz, Red Bull Salzburg, die beiden Wiener Großklubs Rapid und Austria, sowie Wolfsberg, Altach, der GAK und Ried Teil der Klub-Vereinigung, genauso wie die Zweitligisten Admira Wacker und Blau-Weiß Linz und das Frauen-Team von St. Pölten.
In der nächsten Woche kommen die europäischen Fußball-Granden jedenfalls in Salzburg zusammen. Da steht nämlich der europäische Supercup zwischen Champions-League-Sieger Paris und Aston Villa auf dem Programm. Die perfekte Gelegenheit, um über den Boykott zu sprechen.
Die erste Auflage der Klub-WM im neuen Format hatte 2025 in den USA stattgefunden, auch Red Bull Salzburg war dafür qualifiziert. Die zweite Auflage ist für 2029 geplant, wobei noch kein Austragungsort und noch keinerlei Finanzierung beschlossen ist. Auch diese Klub-WM ist ein Herzensprojekt von Infantino, genau wie die ins Spiel gebrachte Erweiterung auf 48 Teilnehmermannschaften.
Besonders pikant: Al-Khelaifi gilt vor allem aus Sicht der UEFA als Wunschkandidat für eine Infantino-Nachfolge an der Spitze der FIFA. Der Katarer selbst soll allerdings keinerlei Ambitionen haben.