Am 5. September soll in Polen die U20-Weltmeisterschaft der Frauen beginnen. Doch ausgerechnet dieses Turnier könnte zum ersten großen Opfer im eskalierenden Streit zwischen UEFA und FIFA werden.
Gleich sechs Mannschaften aus dem UEFA-Bereich sind für die Nachwuchs-WM qualifiziert. Ob sie tatsächlich antreten werden, ist derzeit allerdings offen.
Denn die europäischen Verbände halten weiterhin an ihrer Drohung fest, FIFA-Wettbewerbe zu boykottieren. Sollte es tatsächlich zum Boykott kommen, könnte sogar Gastgeber Polen beim eigenen Turnier fehlen.
Die FIFA könnte den Bewerb theoretisch trotzdem durchführen. Aus den geplanten Vierergruppen könnten etwa Dreiergruppen werden. Ob es tatsächlich so weit kommt, hängt nun davon ab, ob FIFA und UEFA ihren Machtkampf noch rechtzeitig entschärfen können.
Daran ändert auch der jüngste Rückzieher von FIFA-Präsident Gianni Infantino nichts. Der Weltverband hat die umstrittenen Pläne zum Verkauf von Rechten an Weltmeisterschaften und der Klub-WM zwar aufgegeben. Für die UEFA ist damit aber erst eine ihrer beiden Forderungen erfüllt.
Die Europäer verlangen zusätzlich eine Garantie, "dass solche Versuche, den Sport auf diese Weise zu verzerren, nie wieder unternommen werden". Genau diese Zusicherung steht aus Sicht der UEFA weiterhin aus.
Gegenüber "Sky News UK" machte der Verband deshalb deutlich: "Diese Bedingungen wurden nicht erfüllt. Darüber hinaus hat die UEFA in ihrer Erklärung vom Samstag unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie das Vertrauen in die Präsidentschaft von Gianni Infantino verloren hat. An dieser Haltung hält sie fest."
Es geht längst nicht mehr nur um den inzwischen verworfenen Investoren-Plan. Die UEFA hat Infantino persönlich das Vertrauen entzogen. Einen Rücktritt des Schweizers fordert sie zwar nicht ausdrücklich, der Druck auf den FIFA-Boss wächst aber weiter.