Nach dreieinhalb Jahren hat das Community Center für aus der Ukraine vertriebene Menschen in der Wiener Pfeiffergasse seine Türen endgültig geschlossen. Am Freitag (24. Juli) konnten Betroffene das Angebot des Vereins "Train of Hope" ein letztes Mal nutzen.
Auslöser für das Ende ist die eingestellte Förderung durch den Fonds Soziales Wien (FSW). Laut "Train of Hope" wurde dies damit begründet, dass sich die Stadt künftig auf die Kernleistung der Grundversorgung konzentrieren wolle. Dabei kämen weiterhin rund 1.000 Vertriebene pro Monat nach Österreich.
Für viele Betroffene war das Community Center weit mehr als eine Anlaufstelle. Täglich nutzten rund 400 Menschen das Angebot – von Deutschkursen über Unterstützung im Alltag bis hin zur Kleiderausgabe. Außerdem gab es einen Begegnungsbereich, in dem sich Menschen austauschen konnten. Rund 700 Freiwillige engagierten sich im Laufe der vergangenen Jahre.
Am letzten Öffnungstag kamen zahlreiche Besucher noch einmal vorbei, um sich zu verabschieden oder Kleidung abzuholen. Insgesamt wurden in dem Zentrum rund 900 Workshops und 600 Kurse angeboten.
"Der Bedarf ist ungebrochen", sagte Nina Andresen von "Train of Hope" gegenüber "Wien heute". Es gebe keine Alternative zum Community Center. Viele Menschen hätten sich in den vergangenen Tagen verabschiedet und erklärt, sie würden nun "zum zweiten Mal ihr Zuhause" verlieren.
Auch die 50-jährige Olena Demianchuk blickt mit Dankbarkeit auf die vergangenen Jahre zurück. Ihr besonderer Dank gilt den Kursleiterinnen und Kursleitern, die Deutschunterricht angeboten haben: "Sie bauen wie niemand andere eine Brücke. Wir alle haben gespürt, dass sie ihre Arbeit mit großer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft machen", erzählt sie im ORF
Laut "Train of Hope" wurde die Förderung bereits Ende 2025 gestrichen. Dabei handelte es sich um rund 600.000 Euro pro Jahr. Die Gespräche mit öffentlichen Geldgebern brachten keine Lösung. Ein neues Community Center ist derzeit nicht in Sicht. Andere Angebote des Vereins, etwa eine Lebensmittelausgabe, sollen jedoch vorerst weitergeführt werden.