Dompfarrer Toni Faber (64) geht im kommenden Jahr in Pension – "Heute" berichtete. In einem Brief an die Mitarbeiter der Dompfarre, der "Heute" vorliegt, bestätigt der 64-Jährige, dass seine Tätigkeit als Wiener Dompfarrer mit 31. August 2027 endet.
Darauf habe er sich nach monatelangen Gesprächen mit Erzbischof Josef Grünwidl geeinigt. Von Ruhestand im klassischen Sinn will Faber aber nichts wissen. "Von 'Beileidsbekundungen' und Protesten bitte ich aufrichtig Abstand zu nehmen. Ich bin in der schönsten Lebensphase meines priesterlichen Dienstes. Mein Kalender ist wie gewohnt ziemlich voll", schreibt er.
Auch nach seiner Zeit als Dompfarrer wolle er als Priester weiterhin Taufen, Hochzeiten, Segnungen, Begräbnisse und Gottesdienste übernehmen. Dem künftigen Dompfarrer werde er "aber sicher nicht im Weg stehen, sondern eine Phase der Zurückhaltung einlegen".
Zugleich verrät Faber, dass bereits Gespräche über neue Aufgaben laufen. Diese seien "Gegenstand vertraulicher Gespräche mit vielen Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur, Medien…". Gewiss sei für ihn nur eines: "Fad wird mir sicher nicht."
Faber blickt in seinem Schreiben auch auf seinen langen Weg im Stephansdom zurück. Seit seinem Eintritt ins Wiener Priesterseminar 1981 sei er der Domkirche eng verbunden. Nach Stationen als Zeremoniär und Domkurat wurde er 1997 von Kardinal Christoph Schönborn zum provisorischen Dompfarrer berufen. "Damit habe ich meinen pastoralen 'Lebenstraum-Platz' gefunden", schreibt Faber.
Eigentlich habe er sich lange vorgestellt, das Amt bis ins hohe Alter auszuüben. "Naja, am besten bis 80 oder 85, um dann am Altar zu sterben", habe er in Interviews oft scherzhaft gesagt. Mit seinem 60. Geburtstag hätten sich seine Vorstellungen jedoch geändert.
Laut Faber habe Erzbischof Josef Grünwidl ihm im Jänner den Wunsch mitgeteilt, dass er mit Erreichen seines 65. Geburtstags (am 18. März 2027) und nach 30 Jahren als Dompfarrer sein Amt zur Verfügung stellen solle. Nach weiteren Gesprächen sei schließlich die Einigung auf den 31. August 2027 erfolgt.
Im Hintergrund der Personalentscheidung stand zuletzt auch Kritik aus dem Vatikan. Der päpstliche Nuntius Pedro López Quintana soll sich für eine Ablöse Fabers ausgesprochen haben. Für Diskussionen sorgten in den vergangenen Jahren unter anderem Fabers Society-Auftritte sowie seine öffentlichen Aussagen, in denen er den Zölibat als "völlig überbewertet" bezeichnet hatte.
Noch vor seinem Abschied wird Faber in eine altersgerechte Wohnung übersiedeln. Seine bisherige Dienstwohnung im 5. Stock des Curhauses sei wegen einer 19-stufigen Treppe zum Schlaf- und Badezimmer langfristig nicht mehr geeignet. Der 64-Jährige darf daher nach einer mehrmonatigen Renovierungsphase im heurigen November eine neue Wohnung im 4. Stock am Stephansplatz beziehen.