Nach ukrainischen Angriffen auf die Energie-Infrastruktur in zwei Regionen Russlands sind laut den Behörden vor Ort Brände ausgebrochen. Die ukrainische Armee hat am Sonntag erklärt, dass sie ein Öllager in der südrussischen Region Rostow angegriffen hat. In der Stadt Matwejew-Kurgan wurde nach einem Drohnenangriff der Notstand ausgerufen. Bürgermeisterin Dina Alborowa sagte, das Feuer brenne auf 3.600 Quadratmetern, auch Wohnhäuser und Geschäfte seien betroffen.
Laut ukrainischen Angaben wurde außerdem die Verteilstation einer Ölpipeline in der zentralrussischen Region Kirow angegriffen. Diese Pipeline transportiert Öl aus Sibirien in den Westen Russlands und nach Belarus. Der Regionalgouverneur Alexander Sokolow erklärte, Drohnen hätten eine "Anlage" getroffen und einen Brand ausgelöst. Er rief die Menschen zur Ruhe auf. Es habe keine Opfer gegeben.
Auch in der Ukraine selbst hat es nach einem russischen Angriff gebrannt: Ein Gebäude des privaten Kurierdienstes Nowa Poschta in Dnipro ist nach Angaben des Unternehmens von einer Drohne getroffen und zerstört worden.
"Diese Angriffe müssen aufhören", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und veröffentlichte Bilder von dem Brand beim Kurierunternehmen. Er forderte "ausreichende Unterstützung" für die Verteidigung der Ukraine und "weiteren Druck auf Russland". Erst vor wenigen Tagen hatte Selenskyj die USA um mehr Munition für das US-Luftabwehrsystem Patriot zur Verteidigung gegen russische Raketenangriffe gebeten.
Russland greift die Ukraine seit mehr als vier Jahren immer wieder an. Die Ukraine reagiert mit Gegenangriffen auf russischem Staatsgebiet, vor allem auf Ziele der Öl- und Energieversorgung. Die Verhandlungen über ein Ende des Krieges liegen seit Monaten auf Eis.