Die Diskussion rund um Christian Ulmen erhält eine neue Dynamik und lässt auch einen Blick zurück zu. Denn bereits 2013 stand der Schauspieler mit seiner Reality-Show "Who wants to fuck my girlfriend?" massiv in der Kritik.
Das Konzept der Sendung, die am 14. Februar 2013 startete und auf Tele 5 lief, war bewusst provokant: Zwei Kandidaten schickten jeweils eine ihnen nahestehende Frau in verschiedene Spiele. Ziel war es, möglichst viele Punkte zu sammeln. Etwa durch Aufmerksamkeit oder Komplimente von fremden Männern. In einzelnen Spielrunden soll es laut Berichten auch Punkte gegeben haben, wenn ein Gast sexuelles Interesse zeigte.
Bereits im Vorfeld der Ausstrahlung sorgte das Format für einen Aufschrei. Kritiker warfen der Sendung Sexismus und die Herabwürdigung von Frauen vor.
Der Sender reagierte damals mit einer bewusst provokanten Gegenstrategie: Als Reaktion auf den Shitstorm wurde die erste Folge unter dem Titel "Who wants to fuck my lesbian girlfriend?" ausgestrahlt – laut damaliger Darstellung auch als ironischer Kommentar auf die Kritik.
Ulmen selbst trat in der Sendung in seiner Kunstfigur auf, was von einigen Verteidigern als Hinweis auf einen satirischen Ansatz gewertet wurde. Andere sahen darin jedoch keine ausreichende Einordnung und kritisierten das Format weiterhin scharf.
Mehr als zehn Jahre später bekommt die damalige Kritik eine neue Perspektive. Hintergrund sind aktuelle Berichte, unter anderem vom "Spiegel", in denen schwere Vorwürfe gegen Ulmen thematisiert werden.
Demnach wirft Collien Fernandes ihrem Ex-Mann unter anderem vor, über einen längeren Zeitraum Fake-Profile mit pornografischen Inhalten über sie erstellt zu haben. Die Moderatorin selbst bestätigte, entsprechende Vorwürfe öffentlich gemacht zu haben.
Die genauen Vorwürfe sowie die rechtliche Bewertung sind Gegenstand laufender Auseinandersetzungen. Eine abschließende Klärung steht nicht fest, es gilt die Unschuldsvermutung.
Schon damals bewegte sich die Sendung im Spannungsfeld zwischen Satire und Grenzüberschreitung. Während einige Stimmen das Format als Parodie auf Dating- und Reality-Shows interpretierten, sahen andere darin vor allem eine problematische Darstellung von Frauen.
Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen wird diese Debatte nun erneut geführt und deutlich intensiver wahrgenommen als noch vor über einem Jahrzehnt.