Ein kurioser Einsatz beschäftigte am Donnerstag die Bergrettung Innsbruck auf der Nordkette. Ein Paragleiter war beim Start ins Seil der Sprengseilbahn geflogen und daran hängen geblieben. Das Tragseil ist für das Gewicht eines Menschen eigentlich nicht ausgelegt, was den Einsatz besonders heikel machte.
Die Mitglieder der Lawinenkommission entdeckten den Zwischenfall bei ihrer morgendlichen Fahrt mit der ersten Gondel für die Lawinenbewertung. "Der Paragleiter dürfte vermutlich schon selbst früh auf den Berg hinaufgegangen und oben gestartet sein", erklärt Thomas Schroll, Geschäftsführer der Nordkettenbahnen in der "Tiroler Tageszeitung".
Die Sprengseilbahn dient dem Transport von Sprengstoff für Lawinensprengungen, der Startplatz für Paragleiter liegt oberhalb der Bahn. "Wir haben eigentlich Markierungen am Seil angebracht, damit niemand hineinfliegt", so Schroll.
Trotz der Sicherheitsmaßnahmen kam es zu dem Unfall: Der Gleitschirm wickelte sich um das Seil, und der Pilot konnte sich nicht mehr selbst befreien. "Das Seil ist am Anfang und am Ende zwar markiert, aber in der Mitte sieht man es wirklich kaum, wenn man nicht weiß, dass es da ist", erklärt Michael Kirchmayer, stellvertretender Leiter der Bergrettung Innsbruck.
Der Paragleiter, ein in Tirol lebender Deutscher, war zwei Stunden in der Luft gefangen, blieb aber ruhig. "Wir mussten den Betroffenen zunächst sichern, damit er nicht weiter abrutscht. Darunter war durchaus steiles Gelände", schildert Kirchmayer. Anschließend konnte der Mann unverletzt zu Boden gebracht werden.
Eine Mannschaft des Rettungshubschraubers "C1" stand bereit, musste aber nicht eingreifen.