Die Weltklimakonferenz in Baku (Aserbaidschan) geht in die Verlängerung. Zum geplanten Ende der Konferenz am 22. November dauerten die schwierigen Verhandlungen der Weltgemeinschaft über Klimahilfen in Billionenhöhe noch an.
Am Freitag wurde erwartet, dass sich die schwierigen Beratungen bis weit in das darauffolgende Wochenende hinziehen werden.
Die aserbaidschanische Konferenzpräsidentschaft hatte zuvor neue Beschlussvorlagen vorgelegt. Diese stießen jedoch auf teils heftigen Widerstand, vor allem von Entwicklungsländern. Über die Texte wurde daraufhin weiter verhandelt.
Die Entwicklungsländer hatten zuvor verärgert auf das Angebot der reichen Länder reagiert, ihnen zur Bewältigung der Klimakrise jährlich umgerechnet 240 Milliarden Euro (250 Milliarden Dollar) an Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen - also deutlich weniger als ihre Forderungen.
„Was zum Teufel bringen 250 Milliarden Dollar? Sie bringen uns nicht auf den Weg zu 1,5 Grad Celsius.“Juan Carlos Monterrey GómezPanamas Klimabeauftragter
Juan Carlos Monterrey Gómez, Panamas Klimabeauftragter, sagte dem "Guardian": "Das ist definitiv nicht genug". Die armen Länder bräuchten "mindestens 5 Billionen Dollar (4,8 Bill. Euro, Anm.) pro Jahr, aber wir haben nur 1,3 Billionen Dollar gefordert", so der Delegierte.
"Das ist ein Prozent des globalen BIP. Das sollte nicht zu viel sein, wenn es um die Rettung des Planeten geht, auf dem wir alle leben", so Gómez.
250 Milliarden Dollar, aufgeteilt auf alle bedürftigen Entwicklungsländer, seien demnach nicht viel: "Wenn man das aufteilt, ist es gleich null. Nach Dürren und Überschwemmungen haben wir Rechnungen in Milliardenhöhe zu bezahlen", so der Politiker.
"Was zum Teufel sollen 250 Milliarden Dollar bringen? Sie bringen uns nicht auf den Weg zu 1,5 Grad Celsius. Eher auf 3 Grad Celsius", so Gómez.
"Ohne globale Entschlossenheit, kein wirksamer Kampf gegen die Klimakrise. Ja, die Zeiten sind stürmisch - aber unser Schiff soll Kurs halten. Dafür werden wir jetzt in den kommenden Stunden ringen“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler am Freitag.