Auf Windows-Nutzer kommt ein ungewohntes Update zu: Microsoft aktualisiert erstmals seit 2011 die sogenannten Secure-Boot-Zertifikate. Diese digitalen Sicherheitsnachweise sorgen dafür, dass beim Hochfahren des PCs keine manipulierte Software geladen wird.
Die alten Zertifikate laufen ab dem 27. Juni 2026 aus. Ohne das Update können Geräte künftig Probleme bekommen, ihre Startsoftware zu überprüfen. Außerdem verlieren sie die Fähigkeit, Sicherheitsupdates für den Boot-Prozess zu erhalten.
Wie die "Computerwoche" berichtet, ist der Prozess für normale Desktop-Nutzer relativ unkompliziert: Ein Windows-Update und ein UEFI-Firmware-Upgrade reichen aus. Wer seinen PC in den vergangenen zwei Jahren gekauft hat, verfügt möglicherweise bereits über die aktualisierten Zertifikate.
Allerdings sollten sich Nutzer auf mehrere Neustarts einstellen. Microsoft sprach zunächst von einem einmaligen Neustart, korrigierte diese Angabe aber später. Die neuen Zertifikate werden schrittweise über die normalen Sicherheitsupdates verteilt.
Nicht alle Rechner profitieren vom Update: Besonders ältere Windows-10-Geräte könnten außen vor bleiben, wenn sie keine Sicherheitsupdates mehr bekommen. Für sie erhöht Microsoft den Druck, auf neuere Hardware oder Windows 11 umzusteigen.
Noch komplizierter wird es für Unternehmen mit Windows-Servern. Hier sind manuelle Eingriffe nötig: IT-Administratoren müssen die Zertifikatsupdates validieren und über die gesamte Server-Infrastruktur ausrollen. Bei alter Hardware ohne Herstellersupport hilft nur noch ein Austausch.