Ungeimpfte in Wiener Spital zu Geimpften: "Seid gefährlicher"

Die Klinik Favoriten ist auf Covid-Fälle spezialisiert, es gibt aber ungeimpftes Personal.
Die Klinik Favoriten ist auf Covid-Fälle spezialisiert, es gibt aber ungeimpftes Personal.Getty Images (Symbol)
"Schwerkranke Menschen sind der Gefahr von ungeimpftem Personal ausgesetzt!" –  Eine Mitarbeiterin der Klinik Favoriten fordert die Impfpflicht.

Hertha S.* (Name von der "Heute"-Redaktion geändert) arbeitet als Radiologie-Technologin in der Klinik Favoriten. Während die Coronazahlen in Österreich weiter ansteigen und immer mehr Patienten hospitalisiert werden, steigt die Anzahl Herthas geimpfter Arbeitskollegen nicht weiter an. In ihrem Krankenhaus wurde bereits überlegt, eine generelle Impfpflicht einzuführen. Die Direktion soll laut ihr letztendlich dagegen gestimmt haben. "Dadurch, dass die Impfpflicht doch nicht beschlossen wurde, fühlen sich einige meiner ungeimpften Kollegen in ihrer Entscheidung bekräftigt", so Hertha. 

"Ungeimpfte werfen uns vor, die Gefahr zu sein"

Alle Jaukerl-Verweigerer der Klinik sind dazu verpflichtet, täglich PCR-Tests zu machen und damit weniger gefährlich. "Meine ungeimpften Kollegen werfen mir vor, dass ich die Patienten eher anstecken würde, weil ich mich seltener testen lasse als sie." Diese Aussage von ihren Arbeitskollegen ärgert Hertha besonders.

Sie findet es besorgniserregend, dass es überhaupt Menschen in der Gesundheitsbranche gibt, die gegen die Corona-Impfung sind. "Unser Gesundheitsministerium appelliert seit Monaten an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Das ist meiner Meinung nach aber einfach nicht glaubwürdig, wenn nicht einmal die Spitalsmitarbeiter ein Jaukerl haben", ärgert sich die Wienerin. 

Ungeimpfte müssen sich täglich testen lassen

Coronavorkehrungen sind in Österreichs Spitälern nichtsdestotrotz sicher. Geimpfte Mitarbeiter müssen sich einmal in der Woche gegen das Virus testen, nicht geimpfte machen täglich PCR-Tests. Alle neu eingetretenen Mitarbeiter müssen entweder geimpft oder genesen sein. Außerdem trägt das gesamte Krankenhaus-Personal stets eine FFP2-Maske sowie Schutzbekleidung. Das teilte ein Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds "Heute"im Talk mit.

"In meiner Abteilung haben sich von zirka 50 nur zwei Kollegen nicht impfen lassen. Wir würden uns aber alle viel sicherer fühlen, wenn der Anteil der Geimpften bei 100 Prozent liegen würde", so Hertha. Dass es zu einer generellen Impfpflicht im Gesundheitsbereich kommt, ist allerdings noch unwahrscheinlich. 

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