Ungeimpfter Hotelier darf nicht ins eigene Hotel

Günther Hlebaina leitet das Luxus-Hotel "Das Kronthaler" in Tirol. Weil er nicht geimpft ist, muss er in seinem Gartenhaus arbeiten.
Günther Hlebaina leitet das Luxus-Hotel "Das Kronthaler" in Tirol. Weil er nicht geimpft ist, muss er in seinem Gartenhaus arbeiten.Das Kronthaler
Im Tiroler Luxus-Hotel "Das Kronthaler" wird die 2G-Regel nicht kontrolliert. Der Hotel-Chef selbst ist nicht geimpft. Es hagelte bereits Strafen.

Hotel-Chef Günther Hlebaina machte mit seiner Ansage, die 2G-Regel bei seinen Gästen nicht zu kontrollieren, Schlagzeilen – "Heute" berichtete. In seinem 4-Sterne-Hotel "Das Kronthaler" gab es deswegen nun tägliche Kontrollen. "Die Polizei und Behörde sind jeden Tag hier. Die stehen an Silvester sicher auch wieder vor der Tür", erzählt der 65-Jährige. Für den Hotelier und einige seiner Gäste hagelte es bereits Strafen. "Mich traf es zweimal mit je 2.500 Euro bis jetzt. Unter anderem weil ich ungeimpft und ungetestet bin und keine Maske trage", so der gebürtige Steirer. Für einige Gäste hat Hlebaina die Strafen übernommen. "Es gab aber auch welche, die selbst zahlen wollten." 

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"Komme mir wie ein Schwerverbrecher vor"

Bei der letzten Kontrolle kam sich der Hotel-Chef "wie bei einem Doppelmord" vor. "Es waren zehn Personen da. Man kommt sich wirklich wie ein Schwerverbrecher vor. Sogar die Finanzpolizei haben sie mir vorbeigeschickt." Auch bei seinen 200 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen setzt Hlebaina auf "Eigenverantwortung, Abstand und Hausverstand." Gesundheitsstatus und Tests werden nicht kontrolliert. Auf die Frage, ob man keine Angst vor Coronainfektionen habe, erklärte der Hotelier: "In den fast zwei Jahren gab es bei uns keinen einzigen Coronafall."

"Ich bin nicht geimpft. Deshalb arbeite ich von meinem kleinen Gartenhaus aus. Wir betreiben auch eine Skischule, aber ich muss zu Fuß auf den Berg, weil ich nicht in den Lift darf. Das ist unfassbar."

Hlebaina selbst darf in seinem eigenen Hotel nicht arbeiten. "Ich bin nicht geimpft und entspreche somit nicht der 2G/3G-Regeln. Deshalb arbeite ich von meinem kleinen Gartenhaus aus. Wir betreiben auch eine Skischule, aber ich muss zu Fuß auf den Berg gehen, weil ich nicht mit dem Lift fahren darf. Das ist unfassbar." Seit elf Jahren leitet der 65-Jährige den Betrieb. "Durch die wahnwitzigen Verordnungen und das ständige Auf und Zu laufen uns die guten Mitarbeiter davon. Nur mit Müh und Not bekommt man heutzutage Personal zusammen." Laut dem Hotelier sind noch über eine Million Euro an Coronahilfen ausständig. "Wir mussten deshalb bei unserer Hausbank einen Kredit aufnehmen." 

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Hotelier lädt Bundeskanzler Nehammer ein

Rund 3.500 Nachrichten hat das Hotel wegen seiner "Hausordnung" erhalten. "Der Großteil ist sehr positiv. Die Leute danken mir, dass ich keinen Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften mache. Es sind wirklich berührende Zuschriften, die mir Mut geben." Für die kreativen Hausregeln hagelte es aber auch Kritik. "Eine Familie aus Deutschland ist abgereist. Das steht ihnen natürlich zu. Die haben ihre Anzahlung in Höhe von 4.000 Euro zurückerstattet bekommen." Die 99 Zimmer und Suiten des Luxus-Hauses sind laut dem Hotel-Chef mittlerweile alle besetzt. Über 80 Prozent der Gäste kommen aus Deutschland. "Wir sind ausgebucht. Das freut uns natürlich."

"Ich lade den Herrn Bundeskanzler Nehammer und den Herrn Mückstein gerne für ein, zwei Tage zu mir ins Hotel ein, damit sie mal sehen, was sie verordnen."

Weniger erfreut ist hingegen Bezirkshauptmann Michael Brandl. "Der Mundschutz ist die Basis, um Gästen einen sicheren Urlaub zu ermöglichen. Es ist das gute Recht eines jeden, sich gegen Maßnahmen auszusprechen oder dagegen zu demonstrieren. Aber die geltenden gesetzlichen Verordnungen sind einzuhalten", so Brandl. Diese Verordnungen hält Hlebaina, wie die Silvester-Sperrstunde um 22 Uhr, für "Blödsinn". "Warum hören die Politiker nicht in die Bevölkerung rein? Ich lade den Herrn Bundeskanzler Nehammer und den Herrn Mückstein gerne für ein, zwei Tage zu mir ins Hotel ein, damit sie mal sehen, was sie verordnen."

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Trotz eigener Hausregeln wird die große Silvesterparty im Hlebaina jedoch ausfallen. "Ab 18 Uhr wird es ein Dinner geben, dann bis 22 Uhr Musik. Danach werde ich die Haustür schließen. Was die Gäste dann machen, ist ihnen selbst überlassen."

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