Unheilig im "Heute"-Interview

"Für mich war klar, es kann kein Comeback geben"

Nach neun langen Jahren meldete sich Unheilig endlich mit neuem Album "Liebe Glaube Monster" zurück. Der Graf zum Comeback im "Heute"-Interview.
Jochen Dobnik
11.03.2026, 04:48
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2016 hatte Unheilig in Köln sein vermeintlich letztes Konzert gespielt. Der Graf wollte sich damals mehr um seine Familie kümmern. "Nach dem letzten Konzert bin ich nach Hause gefahren, hab mir den Bart abrasiert, hab meine Handynummer geändert und ich habe alles, was mit Musik zu tun hatte, verschenkt. Ich hab mein Haus verkauft, meine Frau und ich haben uns einen kleinen Camper gekauft, und wir sind in den Urlaub nach Spanien gefahren", erzählt der Sänger mit der eindringlich-tiefen Baritonstimme im "Heute"-Interview.

Anfang 2025 dann die Überraschung für alle Fans: Die Band kündigte nach fast zehn Jahren Pause ihr Comeback an. Das neue Album "Liebe Glaube Monster" erscheint am Freitag (13. März).

"Vor circa fünf Jahren habe ich mich erstmals hingesetzt und mich gefragt: wie würde ein Unheilig Album heute klingen? Und dann ist Lied für Lied entstanden", erzählt Der Graf.

Auch der Albumtitel 'Liebe Glaube Monster' sei ganz früh klar gewesen. "Das war wirklich diese Reflexion auf mein Leben – mit der Liebe, die ich erfahren habe, dem Glauben und den Monstern, gegen die ich heute noch kämpfe [Der Sänger litt als Kind unter starkem Stottern, Anm.] und auch das Monster, das besagt, du darfst nicht mehr wiederkommen."

Denn obwohl wenn er mit dem Gedanken eines Comebacks liebäugelte, wollte der Sänger seinen Fans gegenüber nicht wortbrüchig werden.

Der Graf: "Ich habe das so vehement erzählt, ich komme nicht wieder, es gibt kein Comeback … noch am 1.1. 2025 war für mich klar, es kann kein Comeback geben."

Die Wartezeit hat ein Ende: Der Graf von Unheilig ist zurück.
Erik Weiss

Auslöser für den Sinneswandel war nach Angaben des Sängers ein Spitalsaufenthalt Anfang des Jahres. Der Graf wurde mit Verdacht auf einen stillen Herzinfarkt in die Notaufnahme eingeliefert. "Da habe ich schon über mein Leben nachgedacht. Als ich aus dem Krankenhaus rausgekommen bin, habe ich mir gesagt, du lebst nur einmal, mach was aus deinem Leben und hab keine Angst davor, was die Leute reden."

Mit "Liebe Glaube Monster" beginnt nun ein neues Kapitel in der bemerkenswerten Geschichte von Unheilig und Dem Graf, der zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Künstlern aller Zeiten zählt. Mit seinem Erfolgsalbum "Große Freiheit" war er insgesamt zwei Jahre und 16 Wochen in den Charts und 31 Wochen in den Top 10 der offiziellen Ö3-Albumcharts.

Doch aller Neuanfang hat auch seine Tücken: "Ich war fast 10 Jahre weg und ich war nicht im Internet tätig. Ich hab mein Handy eigentlich nur benutzt, um meine Frau anzurufen, wenn ich einkaufen war, was ich denn mitbringen soll. Ich hab also wirklich mit Insta, TikTok und all dem ganzen Krempel die letzten 10 Jahre nichts zu tun gehabt und bin erschrocken", lacht der 56-Jährige.

"Ich musste mir all das erst wieder erklären lassen, aber ich habe auch schnell gemerkt, welche Dinge ich gut finde und welche nicht. Und man muss auch nicht jeden Quatsch mitmachen, sage ich immer. Ich bin Künstler, ich bin Musiker. Ich muss nicht irgendeinen Klamauk machen, nur um Klicks zu generieren. Da bin ich sehr zurückhaltend", so Der Graf zur "Heute".

Wer ihn jedoch je live erleben durfte, der weiß, auf der Bühne kennt er nur wenig Zurückhaltung. Von Metal über Pop, Rock und Balladen zu Schlager und Electro findet sich alles in der Musikalität bei Unheilig wieder.

Am 26. Juni kommt Der Graf live nach Graz, tags darauf spielt er auf der Burg Clam (OÖ). Wien und Innsbruck stehen erst im Februar 2027 auf seinem Tourplan.

{title && {title} } dob, {title && {title} } Akt. 11.03.2026, 08:01, 11.03.2026, 04:48
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