Unis schließen Präsenz-Lehre bis Ostern aus

Volle Hörsäle wie hier an der WU Wien, wird es so schnell wohl keine mehr geben. Archivbild.
Volle Hörsäle wie hier an der WU Wien, wird es so schnell wohl keine mehr geben. Archivbild.Christandl Jürg / KURIER / picturedesk.com
Das diesjährige Sommersemester wird an den heimischen Unis wohl im Distanz-Betrieb über die Bühne gehen. Wer vor Ort ist, soll getestet werden. 

Weil es derzeit keine rechtliche Grundlage für "Eintrittstests" gibt, wird der Start des diesjährigen Sommersemesters an den heimischen Universitäten ohne größere Präsenz-Lehrveranstaltungen über die Bühne gehen. Wie die APA berichtet, prüft man im zuständigen Ministerium allerdings solche gesetzlichen Voraussetzungen. Die Universität Wien will die Teststrategie weiter ausbauen, um zumindest Seminare und kleinere Workshops durchführen zu können. 

Bis Ostern wird der Betrieb an den heimischen Unis und Hochschulen wohl weiterhin digital stattfinden. Eine Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen hängt in weiterer Folge auch von der Entwicklung des Infektionsgeschehens ab. Die Uni Wien etwa will mit weiteren Testangeboten den derzeitigen Betrieb absichern. Mitarbeiter und Studierende haben in den Labors die Möglichkeit, freiwillig einen PCR-Gurgeltest durchführen zu lassen. Aktuell würden etwa 500 solcher Tests täglich durchgeführt werden, erklärte Rektor Heinz Engl am Montag. Es gebe Kapazitäten für zehnmal so viele Tests sagte er. 

Wenig Hoffnung auf Präsenz-Lehre

Für die mittelfristige Zukunft sollen dann auch Nasentests, wie sie schon jetzt an Schulen zur Anwendung kommen, durchgeführt werden, plädiert Engl für eine "möglichst schnelle" Rückkehr in den "realen Betrieb". Die alte Normalität wird wohl aber auch in diesem Semester ausbleiben. Engl glaubt nicht, dass man im nun startenden Semester Lehrveranstaltungen im Audimax (dem größten Hörsaal der Uni Wien) durchführen könne. Möglich sein sollen aber Seminare, kleinere Workshops und interne Sitzungen.

Ab heute, Montag, können Studierende gewisse Einrichtungen wie Lese- oder Computersäle nach vorangegangener Anmeldung wieder in begrenztem Ausmaß in Anspruch nehmen. Die Uni Wien empfiehlt zusätzlich zur vorgeschriebenen FFP2-Maske auch eine Schnelltestung. Schnelltests, so sie denn erlaubt sein werden, sollen nur in Ausnahmefällen, etwa bei größeren Prüfungen zum Einsatz kommen. Grundsätzlich plädiert Engl für den "Luxus" der genaueren PCR-Tests. 

Die Technische Universität plant für das gesamte Sommersemester mit der Distanzlehre. So soll es Online-Prüfungen und Home-Office geben. Die Maßnahmen würden allerdings jedes Monat evaluiert. Mitarbeiter, etwa von Labors, werden seit Anfang Februar mittels Schnelltest auf Covid-19 untersucht. Auch Studierende können diese Testmöglichkeit in Anspruch nehmen. 

Ähnliches Bild in den Bundesländern

Auch an anderen Universitäten des Landes zeigt sich ein ähnliches Bild, wie an der Uni Wien. Die Wirtschaftsuniversität (WU) wird ebenfalls bis Ostern keine Lehre vor Ort anbieten können. Allerdings überlegt man auch hier den Einsatz von Tests. Die Studierenden der Universität in Innsbruck stehen vor einem ganz anderen Problem, wie die APA berichtet. Viele Studierende seien nicht aus der Landeshauptstadt oder der näheren Umgebung, heißt es aus dem Rektorat. Sie könnten es schon allein organisatorisch nicht bewerkstelligen, kurzfristig für die Präsenzlehre an die Uni zu kommen. 

In Graz soll ebenfalls eine kostenlose Testmöglichkeit für Studierende und Mitarbeiter eingeführt werden. Mit Ausnahme von Labors, Exkursionen und praktischen Übungen bleiben die Einheiten der Lehrveranstaltungen im Distanzbetrieb. Weitergehende Tests für die Zeit nach Ostern sollen im Falle von weiteren Öffnungen ermöglicht werden. Allerdings pochen die Verantwortlichen hier auf Vorgaben seitens der Politik. 

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