In Belfast ist es nach einer Messerattacke zu massiven Unruhen gekommen. Häuser und Autos wurden in Brand gesetzt, auch ein Bus und Geschäfte wurden beschädigt. Viele Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, während die Polizei und Feuerwehr stundenlang im Einsatz waren.
Nordirlands Justizministerin Naomi Long macht rechtsextreme Online-Akteure für die aufgeheizte Stimmung verantwortlich. Diese hätten gezielt versucht, die Angst und den Schmerz der Betroffenen für eigene Zwecke zu instrumentalisieren und Menschen auf die Straße zu treiben.
Long betonte, dass es sich bei den Angriffen auf Menschen mit dunkler Hautfarbe um klaren Rassismus handle. Auch First Minister Michelle O’Neill sprach von ‚offenbar feigem Verhalten‘ und ‚reiner Schlägerei‘. O’Neill warnte davor, die Tat eines Einzelnen als Vorwand für Angriffe auf Unbeteiligte zu missbrauchen.
Der Auslöser für die Unruhen war ein Messerangriff am Montagabend, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Ein 30-jähriger Mann sudanesischer Herkunft wurde festgenommen und soll sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. In der Folge eskalierte die Lage in mehreren Stadtteilen. Die Feuerwehr meldete 62 Einsätze allein in der Nacht zum Dienstag, vor allem im Großraum Belfast.
Pastor Jack McKee berichtete von gezielten Angriffen auf Menschen mit schwarzer Hautfarbe. Familien hätten ihre Häuser verlassen müssen, weil sie bedroht wurden. Auch ein türkischer Friseursalon wurde außerhalb Belfasts attackiert. Politiker aus verschiedenen Parteien und auch die Polizei forderten ein sofortiges Ende der Gewalt und mahnten zur Rückkehr zur Ordnung.