Life

Upcycling sorgt immer mehr für Furore

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:44

Die einen nennen es Do it Yourself, die anderen Upcycling, wieder andere sagen einfach Heimwerken dazu. Eines steht aber fest: In Zeiten wie diesen, wo immer mehr Menschen darauf schauen, genug im Geldbörserl zu behalten, ist die Zeit des Selbermachens auch bei den Möbeln und Einrichtungsgegenständen angesagt. Upcycling nennt es sich, wenn aus alten Materialien hochwertige neue Produkte entstehen. Aus altem Holz kann eine neue Küche, ein Stuhl oder ein Tisch entstehen - sogar als Doku-Show im TV.

Wenn aus Bauschutt ein Regal wird oder aus Sperrholz der große Esstisch der Familie, nennt sich das Upcycling. Möbeldesigner bedienen sich bei Abfallprodukten, Produktionsresten oder gar Sperrmüll und machen etwas neues Hochwertiges daraus.

"Anfangs waren es Start-ups, die das Thema aufgegriffen haben", erläutert Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie auf der "IMM Cologne"-Messe in Köln. "Upcycling ist in allen Branchen ein Trend, gerade im Designbereich und vor allem hier bei den Möbeln", sagt Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Auch Dingen, die im Schrank verstauben, lässt sich ein neues Dasein geben. Wer in solche Möbel investieren und sie nicht selbst machen will, muss sich aber meist im höheren Preissegment umsehen. Professionelles Upcycling ist nämlich sehr aufwendig und teuer.

"Do-It-Yourself" - Jeder macht es

"Do-It-Yourself" ist jedenfalls ein ungebrochener Trend. Ob Häkeln, Stricken, Nähen, Hämmern, Zimmern oder Backen - durch das Selbermachen wird jeder zum Künstler und Schöpfer. Der Reiz besteht darin, etwas Eigenes und Individuelles zu erschaffen.

Die Frauenwelt beschäftigt sich klassisch am liebsten mit Handarbeit, während Männer gerne dem Heimwerken und Autotuning frönen. Im Allgemeinen haben Frauen mehr Interesse am Selbermachen als Männer.

Nachhaltigkeit spielt große Rolle

Auch der Faktor Nachhaltigkeit ist eine wichtige Motivation für das Prinzip Selbermachen geworden. Egal ob Möbel, Kleidungsstück, Tetra Pack oder Kaffeedose. Dinge aus dem täglichen Gebrauch werden verschönert und erstrahlen so in neuem Glanz. In Sachen Ideenfindung ist das Internet die beliebteste Informationsquelle. Unzählige Anregungen und Trends werden dort täglich von Bloggern kostenlos zur Verfügung gestellt.

Der kreative Schaffensprozess ist für viele Menschen auch ein Weg zu sich selbst und entschleunigt den Alltag. Es entspannt, macht Spaß und bringt das individuelle Talent zum Vorschein.

Eigene TV-Shows zum Selbermachen

Dass dieses Thema die Menschen bewegt und interessiert, hat auch das Fernsehen für sich entdeckt. Mittlerweile gibt es eigene Doku-Soaps.

Eine davon ist seit Herbst 2014 "Handmade mit Enie - Mach's einfach selbst", die neue DIY-Show von Enie van de Meiklokjes auf Sixx. In dieser bastelt, werkelt und näht die Holländerin, die auch eine eigene Backshow ("Sweet and Easy - Enie backt") auf dem Sender moderiert. Es dreht sich alles rund um das Thema DIY mit tollen Anleitungen zum Nachbauen.

Beim Upcycling werden Abfallprodukte oder (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert die Neuproduktion von Rohmaterialien.

Durch den Schwund der natürlichen Ressourcen und durch gesellschaftlichen Wandel gewinnt Upcycling an Bedeutung. Kosteneinsparungen und neue Vermarktungsmöglichkeiten sind weitere Vorteile des Upcyclings. Während Upcycling in der sogenannten Wegwerfgesellschaft von geringer Bedeutung ist, findet es in ärmeren Gesellschaften überdurchschnittlich häufig statt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen