Der Miracinonyx trumani sah mit seinem schlanken Körper und den langen Beinen aus wie ein Gepard. Forscher nahmen daher jahrzehntelang an, dass er schnelle Huftiere jagte.
Neue DNA-Analysen zeigen nun: Diese Annahme war falsch.
Ein Forschungsteam der University of California, Santa Cruz, hat alte DNA aus Fossilien in Wyoming und dem kanadischen Yukon untersucht. Das Ergebnis: Der amerikanische Gepard ist eine Schwesterart des Pumas – nicht des Geparden.
Wie scinexx meldet, trennten sich die Linien von Miracinonyx und Puma vor etwa 2,6 Millionen Jahren. Der gemeinsame Vorfahr mit dem heutigen Geparden lebte hingegen bereits vor 4,7 Millionen Jahren. Die ähnliche Körperform ist also konvergente Evolution.
Besonders überraschend sind die Ernährungsgewohnheiten der nördlichen Tiere. Isotopenanalysen zeigen, dass Miracinonyx im Yukon vor rund 31.000 Jahren hauptsächlich Fisch fraß – ähnlich wie heutige Raubtiere mit aquatischer Beute.
"Diese Raubtierart hat ein riesiges Verbreitungsgebiet. Sie zeigt an zwei Enden eine extreme Spezialisierung und nutzt dabei zwei völlig unterschiedliche Nahrungsquellen", erklärt Matthew Wooller von der University of Alaska Fairbanks.
Die Genome zeigen außerdem, dass die Tiere genetisch wenig vielfältig waren. Anders als erwartet gab es aber keine Anzeichen für plötzliche Inzucht vor dem Aussterben. Der Rückgang war langsam, nicht abrupt.
"Miracinonyx bestand sehr lange fort, ohne Anzeichen von Inzucht. Der Rückgang verlief langsam, und das könnte dazu geführt haben, dass die Art sich nicht mehr anpassen konnte, als sich das Klima veränderte", sagt Forscherin Beth Shapiro.