Sportlich verlief der WM-Auftakt für Co-Gastgeber Kanada durchaus erfolgreich. Dank eines späten Treffers rettete die Mannschaft von Jesse Marsch gegen Bosnien-Herzegowina ein 1:1 und holte damit den ersten WM-Punkt der Verbandsgeschichte. Für die Schlagzeilen nach dem Spiel sorgte allerdings weniger das Ergebnis als eine Aussage des Teamchefs.
Der US-Amerikaner schwärmte von der Leidenschaft seiner kanadischen Spieler – und schoss gegen die Spieler seines Heimatlandes. "In den USA mussten wir Spieler manchmal anflehen, die Nationalhymne zu singen", erklärte Marsch. Aussagen, die in den USA gar nicht gut ankamen. Eine Antwort aus dem amerikanischen Lager ließ deshalb nicht lange auf sich warten – und die fiel heftig aus.
"Hat er das wirklich gesagt?", fragte US-Legende Clint Dempsey bei "Fox" live auf Sendung. Dann legte der ehemalige Stürmer nach: "Mann, ich kann diesen Typen nicht wirklich ernst nehmen. Für mich war es eine Ehre, aufzuwachsen und mein Land zu vertreten."
Doch damit nicht genug. Zum Abschluss schickte Dempsey noch eine deutliche Botschaft in Richtung Marsch. "Ich werde mir keine Ratschläge von jemandem anhören, der die Seiten gewechselt hat und jetzt die Nationalhymne eines anderen Landes singt."
Dempsey betonte, dass Patriotismus nicht davon abhänge, ob man die Hymne mitsinge oder nicht. "Wenn die Nationalhymne gespielt wurde, war ich nicht derjenige, der normalerweise mitgesungen hat. Ich habe meine Hand aufs Herz gelegt und zum lieben Gott gebetet."