Elektrische Flugtaxis könnten schon bald keine Zukunftsmusik mehr sein - zumindest in den USA. Die Luftfahrtbehörde FAA hat acht Projekte ausgewählt, die unterschiedliche Einsatzfelder abdecken sollen: von urbanen Flugtaxi-Diensten über regionalen Passagierverkehr bis hin zu Fracht- und Logistiktransporten.
Auch medizinische Notfalleinsätze und Anwendungen im Energiesektor stehen auf dem Programm. Darüber hinaus sollen autonome Flugtechnologien erprobt werden. Insgesamt erstreckt sich das Testprogramm über 26 US-Bundesstaaten und ist auf drei Jahre ausgelegt.
Wie heise.de berichtet, gehören unter anderem die Unternehmen Archer, Joby, Beta, Electra, Wisk und Ampaire zu den Teilnehmern. Das auf autonome Flugtechnik spezialisierte Unternehmen Reliable Robotics ist ebenfalls beteiligt. "Zusammen schaffen diese Pilotprojekte eine der weltweit größten realen Testumgebungen für Flugzeuge der nächsten Generation", erklärte das US-Verkehrsministerium.
Besonders bemerkenswert: Die Unternehmen dürfen ihre elektrischen Senkrechtstarter (eVTOL) testen, obwohl diese noch keine vollständige behördliche Zulassung erhalten haben. Insgesamt hat die FAA 30 Projektvorschläge geprüft und davon acht ausgewählt. Das Programm geht auf ein Dekret von Präsident Trump zurück.
Während die USA Gas geben, sieht es in Europa deutlich zaghafter aus. In Deutschland verweisen Experten auf große regulatorische Hürden - etwa offene Fragen zur Luftsicherheit oder zur Flugplatzpflicht. Auch wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle fehlen bisher.
Für die bekannten europäischen Flugtaxi-Pioniere lief es zuletzt alles andere als rund: Lilium musste endgültig aufgeben, die Patente gingen an das US-Unternehmen Archer. Volocopter wurde von einem chinesischen Konzern übernommen und peilt die Zulassung seines Passagierflugtaxis VoloCity bei der europäischen Luftfahrtbehörde EASA nun für 2027 an.
Archer wiederum plant, sein Flugtaxi Midnight bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles einzusetzen. Eine offizielle Zulassung der elektrischen Senkrechtstarter dürfte aber sowohl in den USA als auch in Europa noch Jahre dauern.