Krieg in der Ukraine

"Von Europa enttäuscht" – US-Vize Vance teilt aus

US-Vizepräsident Vance kritisiert Europas Rolle im Ukraine-Krieg und lobt Ungarns Regierungschef Orban für dessen Vermittlungsbemühungen.
Newsdesk Heute
08.04.2026, 14:27
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US-Vizepräsident JD Vance hat europäischen Regierungschefs vorgeworfen, nicht genug für ein Ende des Ukraine-Kriegs zu tun. "Wir sind von vielen politischen Entscheidungsträgern in Europa enttäuscht, da sie offenbar nicht sonderlich daran interessiert sind, diesen Konflikt zu lösen", sagte Vance am Mittwoch bei seinem Besuch in Ungarn. Zwar gebe es "erhebliche Fortschritte" bei den Bemühungen, den Krieg zu beenden. Trotzdem sei dieser Konflikt der "am schwersten zu lösende".

Die "Fortschritte" führt Vance unter anderem darauf zurück, dass Washington die Kriegsparteien dazu gebracht habe, ihre jeweiligen Standpunkte offenzulegen. Mit der Zeit hätten sich die Positionen von Moskau und Kiew "immer weiter angenähert". Das Ziel sei zwar "noch nicht erreicht", er sei aber "optimistisch", sagte Vance. "Denn der Krieg ergibt grundsätzlich keinen Sinn mehr."

Im Moment werde "um ein paar Quadratkilometer Territorium in die eine oder andere Richtung gefeilscht". Es stelle sich aber die Frage, ob dafür "Hunderttausende weiterer junger russischer und ukrainischer Männer geopfert" werden müssten. Auch sei es fraglich, ob "weitere Monate oder sogar Jahre mit höheren Energiepreisen und wirtschaftlichen Schäden in Kauf" genommen werden müssten.

In diesem Zusammenhang lobte Vance Ungarns Regierungschef Viktor Orban, der trotz des russischen Angriffskriegs weiter enge Beziehungen zu Moskau pflegt und sich mit den meisten anderen Regierungschefs in der EU überworfen hat. "Am hilfreichsten war Viktor", sagte Vance über den rechtsnationalistischen Politiker. Denn der ungarische Ministerpräsident sei es gewesen, der die USA dazu ermutigt habe, "dies wirklich zu verstehen - aus der Perspektive sowohl der Ukrainer als auch der Russen zu begreifen, was nötig ist, damit sie den Konflikt beenden können".

Vance war am Dienstag in Ungarn angekommen, um wenige Tage vor der Parlamentswahl Unterstützung für Orban zu zeigen. Die Ungarn wählen am Sonntag ein neues Parlament. Die Fidesz-Partei von Orban, der seit 2010 durchgehend regiert, liegt Umfragen zufolge deutlich hinter der Partei Tisza von Oppositionspolitiker Peter Magyar.

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