Vegetarier sind öfter krank als Fleischesser

Diese Erkenntnis lässt aufhorchen: Vegetarisches Essen galt bisher als gesünder als stark fleischlastige Ernährung. Nun ergab eine neue Studie der Med-Uni Graz, dass sich Vegetarier oft subjektiv ungesund fühlen und über gesundheitliche Beeinträchtigungen klagen.

galt bisher als gesünder als stark fleischlastige Ernährung. Nun ergab eine neue Studie der Med-Uni Graz, dass sich Vegetarier oft subjektiv ungesund fühlen und über gesundheitliche Beeinträchtigungen klagen.

Rund zehn Prozent der Österreicher leben laut einer IFES-Studie des Vorjahres vegetarisch. Die bewusstere Ernährungsweise geht jedoch, wie in einer Datenauswertung am Institut für Sozialmedizin der Med-Uni Graz erhoben wurde. Die Grazer Sozialmedizinerin Nathalie Burkert und ihre Kollegen haben die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Lebensqualität untersucht.

Dabei habe sich laut Burkert gezeigt, dass Menschen, die sich rein vegetarisch ernähren, einen niedrigen Body-Mass-Indes (BMI) aufweisen und weniger Alkohol konsumieren als in Gruppen mit anderer Ernährungsweise. Es habe sich aber auch gezeigt, dass sie ein subjektiv schlechteres Gesundheitsempfinden haben, vermehrt Einschränkungen aufgrund gesundheitlicher Probleme angaben und deshalb häufiger medizinische Dienstleistungen beanspruchen. Ebenso sei beobachtet worden, dass die befragten Vegetarier häufiger angaben, an Angststörungen und Depressionen zu leiden.

Ursache und Wirkung nicht ganz geklärt

"Wir können nicht sagen, ob die schlechtere Gesundheit bei Vegetariern in unserer Studie durch ihre Ernährungsgewohnheiten verursacht wurde, oder ob sie diese Form der Ernährung aufgrund ihres schlechteren Gesundheitszustands konsumieren", betonten die Autoren.

Weitere Untersuchungen, die sich mit den Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen, Auswirkungen über längere Zeit und den Ernährungskomponenten im Detail beschäftigen, seien daher "dringend notwendig", so Burkert. Gefordert werden insgesamt umfassende Informations- und Schulungsprogramme für die Öffentlichkeit, die zur Verbesserung des Gesundheits- und vor allem Ernährungsverhaltens beitragen sollen.

 
Mehrere Studien haben bisher aufgezeigt, dass vegetarische Ernährung mit einem geringeren Auftreten von u.a. Bluthochdruck, degenerativen Erkrankungen, koronare Herzerkrankungen, Diabetes, Schlaganfall und bestimmte Krebsarten in Verbindung gebracht werden kann. Damit hat sich zugleich ein großer Markt für spezielle Lebensmittel entwickelt.

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