Skandal in Polizeischule: "Dachte, da geht etwas"

In der Marokkanerkaserne soll es zur Vergewaltigung gekommen sein - der Verdächtige dementiert.
In der Marokkanerkaserne soll es zur Vergewaltigung gekommen sein - der Verdächtige dementiert.Bild: Helmut Graf
"Nein, ich fühle mich nicht schuldig", sagte jener Polizeischüler beim Journalrichter aus, der seine Kameradin in der Marokkanerkaserne vergewaltigt haben soll. "Für mich war alles freiwillig", so der 26-Jährige.
Er hat eine Ehefrau, ein zweijähriges Kind, eine Freundin – und seit Donnerstag mit einer dritten Frau massive Probleme: Jener Polizeischüler, der in Wien eine Kollegin vergewaltigt haben soll, wurde am Sonntag zwar überraschend enthaftet, die Ermittlungen laufen aber weiter. So wurde etwa das mutmaßliche Opfer gynäkologisch untersucht.

Max L.: "Dachte, da geht was"

Wie „Heute" erfuhr, hat der 26-Jährige in der Zwischenzeit erstmals zu den Vorwürfen Stellung bezogen. „Nein, ich fühle mich nicht schuldig", sagte er Sonntagmittag im Wiener Landesgericht beim Journalrichter aus.

Wie denn der Abend in der Bettelalm, an dem er mit Kollegen und Susi G. (Name geändert) gefeiert hat, verlaufen ist, wollte der Jurist erfahren? Max L. (Name ebenfalls geändert): „Sie hat an der Stange getanzt. Es hat mir natürlich gefallen. So ein Tanz ist ja auch immer etwas provozierend." Nachsatz: „Es kann schon sein, dass ich einen erigierten Penis hatte als wir getanzt haben. Ich habe mir natürlich auch gedacht, dass da etwas geht. Zumindest habe ich es so wahrgenommen. Für mich war der Freund, den sie hat, kein Hindernis."

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Sie wollte das wegen Freund nicht"

Tatsächlich ließ die Frau (22) den betrunken Kollegen bei sich in der Marokkanerkaserne übernachten. "Er wusste nicht, wo er schlafen soll", erklärte Susi G. Er sei ein Kollege, man helfe sich, lasse niemanden im Stich, so die Polizeibeamtin in spe. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kam es im Zimmer der Niederösterreicherin zum Geschlechtsverkehr. Max L. sagte aus, dies geschah einvernehmlich, sie behauptete das Gegenteil. Der Verdächtige in seiner Einvernahme: „Sie meinte, sie wollte alles wegen ihres Freundes nicht."

"Für mich war alles freiwillig"

Und dass das Opfer im Intimbereich verletzt ist, wendete der Richter ein? „Dazu kann ich nichts sagen. Für mich war alles, was wir miteinander gemacht haben, freiwillig. Ich habe nie damit gerechnet, dass sie mich diesbezüglich anzeigt."

Susi G.: "Ließ es über mich ergehen"

Gemäß der Schilderung von Susi G. soll der junge Mann ("Ich bin, was Frauen betrifft, kein Kind von Traurigkeit") dann angeblich losgelegt haben. "Ich habe versucht, ihn wegzudrücken, konnte ihm aber nicht entkommen", erinnert sie sich."Ich habe mich nicht getraut, zu schreien, da ich Angst hatte, dass es jemand hört und ich dann Probleme bekomme und aus der Schule fliege. Ich habe es über mich ergehen lassen."



Philipp Wolm erwirkte die Enthaftung seines Klienten (Bild: Denise Auer)

Top-Anwalt eingeschaltet

Gegenüber "Heute" bestätigte Anwalt Philipp Wolm – wie berichtet – die Enthaftung seines Mandanten, zum laufenden Ermittlungsverfahren wollte er sich indes nicht äußern. Ein möglicher Grund für diesen überraschenden Schritt der Justiz könnten – wie berichtet – die Zeugenbefragungen der Kripo sein. Zwei Polizei-Chefinspektoren sowie ein Mitschüler sagten nichts Belastendes über den 26-Jährigen aus. Für den Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.



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