Wildtiere

Verrückt oder genial? Gehen bald alle Kühe aufs Klo?

Fürs Klima: Neuseeländische und deutsche Forscher arbeiten daran, dass Kühe zukünftig eine Toilette benutzen. Erste Erfolge sind schon bestätigt.

Christine Kaltenecker
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Für den Umwelt- und Klimaschutz wird in Neuseeland Kälbern nun antrainiert eine Toilette zu benutzen.
Für den Umwelt- und Klimaschutz wird in Neuseeland Kälbern nun antrainiert eine Toilette zu benutzen.
(Symboldbild) Getty Images/iStockphoto

In Deutschland werden momentan 16 Kälber von deutschen und neuseeländischen Forschern trainiert, ihren Urin auf eine Art Toilette abzugeben. Dies soll in weiterer Folge natürlich dem Klima- und Umweltschutz dienen, da Kuh-Urin sehr viel Stickstoff enthält, der Wasser verschmutzen, oder sich in langlebiges Treibhausgas verwandeln kann.

Wie mit Kindern

Das "Töpfchentraining" auf einem deutschen Bauernhof wird folgendermaßen durchgeführt:

Zunächst wird den Kälbern beigebracht den Urin erstmal zu halten und wenn sie sich dann tatsächlich in einem sogenannten "Latrinenstall" erleichtern, bekommen sie eine besondere Futterbelohung. Wenn das Kalb an einer falschen Stelle "pieselt", vibriert das Halsband unangenehm. Wissenschaftlerin Lindsay Matthews sagte gegenüber den Medien:

"Manche Leute trainieren ihre Kinder auf diese Weise...sie werden auf das Töpfchen gesetzt, bis sie pinkeln, und werden belohnt, wenn es klappt. Es hat sich herausgestellt, dass das auch bei Kälbern funktioniert."

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    Diese Einsendung stammt aus Indien und zeigt eine kleine Eidechse mit dem Titel "Attitude!!"
    Diese Einsendung stammt aus Indien und zeigt eine kleine Eidechse mit dem Titel "Attitude!!"
    ©Aditya Kshirsagar

    Erste Erfolge

    Das 15-tägige Experiment zeigte Wirkung. Am Ende des Trainings sind tatsächlich 75 Prozent der Tiere auf die "Toilette" gegangen. Die Wissenschaftler sind optimistisch, denn wenn man nur 10 bis 20 Prozent der Urinausscheidungen von Kühen auffangen könnte, würden die Treibhausgasemissionen und Nitratauswaschungen erheblich reduziert werden. Immerhin sei der Rinder-Urin eine Hauptursache für das Stickstoffproblem.