Das wird ein harter Kampf gegen Strömungen, Gezeiten und den eigenen Körper: Der österreichische Extrem- und Eisschwimmer Josef Köberl startet am 16. Juni 2026 bei der legendären "20 Bridges Swim" rund um Manhattan (New York).
Ist das nicht völlig verrückt? Köberl nimmt es im Gespräch mit "Heute" mit Humor: "Sowieso, das ist eine Grundvoraussetzung – ohne dem geht’s nicht."
Die Strecke führt einmal um die Insel Manhattan. 45,9 Kilometer muss Köberl durch den East River, Harlem River und Hudson River schwimmen. Dabei passiert er insgesamt 20 Brücken. Für den Österreicher ist es eines der spektakulärsten Langstreckenschwimmen der Welt.
Die große Schwierigkeit ist nicht nur die Distanz. In New York bestimmen Strömungen und Gezeiten den gesamten Verlauf. Besonders heikel ist die Passage bei der Insel Mill Rock. Köberl muss diesen Punkt nach dem Start bei Pier A in einem engen Zeitfenster erreichen. Nur dann trägt ihn die Strömung weiter in den Harlem River.
Verpasst er dieses Fenster, verliert er wertvolle Zeit und riskiert, dass das ganze Vorhaben scheitert.
"Die meisten Menschen sehen Manhattan als Langstreckenschwimmen. Ich sehe es als Schachpartie mit den Gezeiten", sagt Köberl.
"Ich bin wahnsinnig abenteuerlustig, das braucht man. Das ist einfach einen geile Geschichte", sagt Köberl im Gespräch mit "Heute".
Die Kulisse von New York reizt ihn besonders. "Die Hochhäuser, die großen Boote und die hohen Wellen" für Schwimmer sei das unbeschreiblich, erzählt er. Genau diese Unberechenbarkeit mache den Reiz aus: "Man weiß nie, was passiert - auch das ist ein großer Reiz."
Die Manhattan-Umrundung ist für Köberl der Auftakt zu einem extremen Schwimmsommer. Bereits im August 2026 will er den Catalina Channel in Kalifornien durchqueren. Gelingt ihm das, könnte er nach Mäx Beer erst der zweite Österreicher werden, der die "Triple Crown of Open Water Swimming" vollendet.
Zu dieser Auszeichnung zählen die "20 Bridges Swim" rund um Manhattan, der Ärmelkanal zwischen England und Frankreich sowie der Catalina Channel vor Kalifornien.
Wenn Köberl nicht im Wasser ist, arbeitet er im Verkehrsministerium in Wien. Seine Abenteuer finanziert er mit viel Einsatz selbst. "Ich stoppel mir das Geld für diese Abenteuer zusammen", sagt er.
Für ihn ist klar: "Da fließt sehr viel Herzblut hinein, andere spielen halt Golf."