Seit Wochen wird darüber diskutiert, warum Christian Ulmen öffentlich zu den schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau schweigt. Nun wird bekannt: Ganz so still war der Schauspieler offenbar nicht.
Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet, soll Ulmen bereits Ende März ein ausführliches Interview gegeben haben. Demnach sprachen Journalisten rund fünf Stunden lang mit dem Schauspieler und weitere zweieinhalb Stunden mit seinem Anwalt, Medienrechtler Christian Schertz.
Doch die Leser bekamen davon nichts zu sehen.
Unter der Überschrift "Herr Ulmen möchte nun doch nicht" schildert die Zeitung einen ungewöhnlichen Vorgang. Demnach habe Ulmen umfassend auf Fragen geantwortet. Vor der Veröffentlichung sei jedoch vereinbart worden, dass Zitate zunächst freigegeben werden müssten.
Nach Angaben der "Zeit" folgte anschließend eine wochenlange Diskussion über Formulierungen. Am Ende seien sämtliche Zitate zurückgezogen worden.
In einem Instagram-Beitrag schreibt die Zeitung, man habe Ulmen gefragt, "was er da bloß getan habe". Er habe darauf ausführlich geantwortet. Dokumentieren dürfe man seine Aussagen jedoch nicht.
Besonders bemerkenswert: Wären die Aussagen freigegeben worden, hätte es sich um die bislang umfangreichste öffentliche Einordnung Ulmens zu den Vorwürfen gehandelt.
Stattdessen bleibt offen, wie der Schauspieler die Vorwürfe selbst bewertet und welche Erklärung er dazu gegeben haben könnte.
Hintergrund sind die schweren Anschuldigungen von Collien Fernandes. Sie wirft ihrem Ex-Partner unter anderem vor, Fake-Profile in ihrem Namen betrieben und intime Inhalte verbreitet zu haben.
Zudem bestätigte die Staatsanwaltschaft Potsdam zuletzt, dass nach einer Anzeige von Fernandes ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Nach Angaben der Behörde besteht ein Anfangsverdacht wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Zusammenhang mit mutmaßlichen Vorfällen in den Jahren 2022 und 2023. Weitere Vorwürfe werden geprüft.
Der Bericht der "Zeit" dürfte die Debatte nun zusätzlich anheizen. Denn erstmals wird deutlich, dass Ulmen offenbar bereit war, ausführlich über die Vorwürfe zu sprechen. Was genau er gesagt hat, bleibt jedoch unter Verschluss.
Die gegen Ulmen erhobenen Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt. Es laufen Ermittlungen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.