Oberösterreich

"Versager" – so viele können sich Hausbau nicht leisten

Die Teuerung macht immer mehr Häuslbauern einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Jetzt rechnet ein wütender Firmenchef mit der Politik ab.

Tobias Prietzel
Immer weniger Menschen haben genug Geld, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. (Symbolbild)
Immer weniger Menschen haben genug Geld, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. (Symbolbild)
Getty Images/iStockphoto

Die Krise am Bau reißt nicht ab: zuerst Corona, dann die massive Inflation und zusätzlich der Ukraine-Krieg. Sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen ist so teuer wie nie. 

Einem Unternehmer reicht es jetzt: "Wir brauchen so schnell als möglich eine andere Konstellation in der Bundesregierung", schreibt Maximilian Etzenberger, Eigentümer der Firmengruppe, zu der u.a. Etzi-Haus gehört in einem Offenen Brief an Politik und Wirtschaftskammer. Vor allem die Grünen sind dem Unternehmer ein Dorn im Auge.

Einbruch von 85 Prozent

Aktuell würden nur jene Kunden investieren, die kein oder kaum Geld von der Bank benötigen, berichtet Etzenberger von einem Einbruch bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen von 85 Prozent. Bei gewerblichen Bauten schaue die Lage nicht viel besser aus.

Der Firmenchef zeichnet ein düsteres Zukunftsbild: 2024 werde mehr als die Hälfte der Facharbeiter aufgeben. Zahlreiche Firmen würden in den Konkurs schlittern.

Trennung und Scheidung

Familien, die wegen der stark gestiegenen Zinsen und im schlimmsten Fall wegen Jobverlusts ihr Eigenheim verkaufen müssen, seien in der Gesellschaft als "Versager" abgestempelt. "Finanzielle Sorgen und Probleme führen unweigerlich zu Trennungen und Scheidungen und oft auch zu Gewalt und Alkoholproblemen", so Etzenberger.

Er pocht auf rasches Gegensteuern der Politik. "Das Bewusstsein, dass man hier die Baubranche mit 50 km/h auf die Betonwand fahren lässt, ist meiner Meinung nach noch nicht wirklich angekommen."

Teurer Einkauf

Auch den Supermarkt-Kassen gibt es kaum Entspannung: Die Inflation sank im Juni zwar auf acht Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Preise für mehrere Lebensmittel aber deutlich zu.

Bei Brot und Getreideprodukten etwa gab es ein Plus von 13,1 Prozent. Reis wurde sogar um 20 Prozent teurer. Die Preise für Mehl stiegen um 18,7 Prozent. Für Semmel oder Gebäck musste man um 14,1 Prozent mehr bezahlen.

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