Im Bundesstaat Campeche, mitten im Biosphärenreservat Calakmul, sind Archäologen auf eine jahrhundertealte Maya-Stätte gestoßen. Die Stadt, die sie auf den Namen Minanbé tauften, bedeutet in der Sprache der Maya auf Yucatán so viel wie "Es gibt keinen Pfad".
Laut "20 Minuten" handelt es sich um einen etwa 15 Hektar großen Ruinenkomplex, der aus der Zeit zwischen 600 und 900 nach Christus stammt. Das mexikanische Kulturinstitut INAH bestätigte den Fund offiziell.
Das Forscherteam, bestehend aus mexikanischen und slowenischen Archäologen unter der Leitung von Ivan Šprajc, musste sich zunächst mit Macheten einen fünf Kilometer langen Weg durch das dichte Grün schlagen. Danach ging es noch weitere sechs Kilometer zu Fuß weiter, bis sie die Ruinen erreichten. Dort fanden sie einen 13 Meter hohen Pyramidentempel, Altäre, palastartige Gebäude, Plätze, Wasserkanäle und sogar einen Stein mit einer eingravierten Enthauptungsszene.
Teile der Ruinen wurden mit moderner Lasertechnik untersucht und teilweise freigelegt. "Die Denkmäler und Hieroglyphen liefern neue Einblicke in die letzten Jahrhunderte der Maya-Zivilisation", so Kulturministerin Claudia Curiel de Icaza auf X.
Im Gegensatz zu anderen Ausgrabungsstätten war der Zugang zu Minanbé extrem schwierig, wie Šprajc erklärt. Deshalb habe man den passenden Namen gewählt. Die Stätte sei völlig unberührt gewesen, ohne Spuren von Plünderung. "Das war eine große Überraschung für uns", sagt Šprajc.