Was am Karsamstag noch für Aufregung sorgte, wirkt inzwischen fast wie ein kleines Mysterium. Mitten am Villacher Wochenmarkt verschwindet nach der Fleischweihe ein Osterkorb – und taucht seither nicht mehr auf. Kein Hinweis, keine Sichtung, keine Spur, die irgendwohin führt. Als hätte sich der Korb einfach in Luft aufgelöst.
Die Besitzerin hat noch einmal nachgehakt, noch einmal versucht, Bewegung in die Sache zu bringen. Doch auch jetzt bleibt alles ruhig. Niemand meldet sich, niemand gibt einen Hinweis. Die anfängliche Hoffnung, dass es sich nur um ein Versehen handeln könnte, bekommt erste Risse.
Dabei war der Appell von Anfang an offen und verständlich. Es ging nie um das Essen, nie um den materiellen Wert. "Keine Sorge, es geht uns nicht um das Osterfleisch oder den Reindling", stellte die Villacherin klar.
Was wirklich fehlt, sind die kleinen, persönlichen Dinge. Drei bestickte Tücher mit Küken und Blumen, dazu ein Ostertuch – alles handgemacht, mit viel Zeit und Herz gestaltet. Erinnerungen, die man nicht einfach ersetzen kann. "Die haben für uns einen deutlich höheren Wert als der Inhalt", so die Besitzerin.
Auch die Möglichkeit zur Rückgabe war bewusst niedrigschwellig gehalten. Ohne Fragen, ohne Vorwürfe. "Wir nehmen ihn sehr gerne wieder zurück", hieß es. Selbst eine anonyme Rückgabe wäre jederzeit möglich gewesen.
Doch genau diese Chance blieb ungenutzt. Kein Zeichen von Einsicht, kein stilles Zurückbringen, kein Hinweis aus der Bevölkerung.