Hitzige Finanzdebatte in Klagenfurt: Bereits zum 50. Mal wird der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen. Anlässlich des Jubiläums will die Stadt gemeinsam mit dem ORF einen Empfang im Landesstudio ausrichten. Insgesamt 600 Gäste sollen geladen werden.
Das kostet natürlich einiges an Geld, was angesichts der budgetären Lage Klagenfurts für einiges an Zündstoff sorgt. Ursprünglich sollte die Stadt 25.000 Euro beisteuern. Dafür gab der Gemeinderat Mitte März jedoch keine Zustimmung.
Damals sorgte auch ein Zusatzantrag von Vizebürgermeister Patrick Jonke (FSP) für Debatten. Wie die "Kleine Zeitung" berichtete, ging es darin um die Verknüpfung der Unterstützung des Literaturereignisses mit der Förderung des After-Work-Marktes am Benediktinermarkt.
Nun unternahm Bürgermeister Christian Scheider (FSP) einen erneuten Versuch um Stadtsenat. Am Dienstag teilte er mit, dass er sich mit ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard auf einen Betrag von 10.000 Euro, den die Stadt beisteuern soll, einigen konnte.
Diese Reduktion sorgte aber nicht überall für Jubelstimmung. Besonders die Stadt-FPÖ antwortete mit heftiger Kritik am ORF. "Klagenfurt hat kein Budget, während die ORF-Gagenkaiser in Wien Millionen abkassieren", wird die freiheitliche Stadträtin Sandra Wassermann von der Zeitung zitiert.
Laut der FPÖ-Politikerin sollten sich die ORF-Spitzen fragen, ob man den Empfang nicht komplett aus eigener Tasche zahlen könne. Sie betonte, dass der Bachmann-Preis auch den Wienern etwas wert sein sollte.
Und wie reagiert der Bürgermeister? Scheider verteidigt seinen Antrag. Ihm zufolge sei der verringerte Betrag für Klagenfurt vertretbar. Des Weiteren habe man keinen Einfluss darauf, was der ORF in Wien tue.
Um zu sparen, werde – wie auch schon im letzten Jahr – der traditionelle Empfang des Bürgermeisters im Schloss Loretto nicht stattfinden. Wie es nun mit dem Empfang zum Bachmannpreis weitergeht, muss der Gemeinderat entscheiden.