Der Winter hat Österreich am Freitag mit voller Wucht getroffen! Am Flughafen Wien in Schwechat ging vorübergehend nichts mehr, der Betrieb wurde bereits in der Früh vorübergehend eingestellt. Seit 12 Uhr sind nun einzelne Starts wieder möglich, ab 13 Uhr auch Landungen. Bis Samstag sollte sich der Flugbetrieb laut Flughafen-Pressesprecher Peter Kleemann wieder normalisiert haben.
Besonders dramatisch war die Wetter-Lage auch in anderen Bundesländer – wie etwa in der Steiermark. Dort fiel extrem nasser, schwerer Schnee. Freitagfrüh waren rund 30.000 Haushalte ohne Strom. Für mehrere Bezirke wurde ein "AT-Alert" ausgelöst. Die Menschen wurden aufgefordert, unnötige Fahrten zu vermeiden und wenn möglich zu Hause zu bleiben.
Auf Österreichs Straßen herrschte nämlich Ausnahmezustand. Auf schneeglatten Fahrbahnen blieben zahlreiche Schwerfahrzeuge hängen und blockierten wichtige Routen. Dazu kamen etliche Unfälle. Von Kärnten bis Niederösterreich waren viele Verbindungen nicht befahrbar, wie der ÖAMTC mitteilte.
Die A21 musste gegen 2.30 Uhr in beiden Richtungen komplett gesperrt werden. Eine Umleitung war nur großräumig möglich. Laut ÖAMTC dürfte die Sperre erst am späteren Nachmittag aufgehoben werden. Auf der Westautobahn (A1) blieben zwischen Loosdorf und dem Knoten Steinhäusl mehrere Lkw hängen, abschnittsweise war nur eine Spur frei - lange Staus waren die Folge. Auch auf der Semmering Schnellstraße (S6), der Südautobahn (A2) und der Pyhrn Autobahn (A9) kam es zu massiven Behinderungen.
"So etwas haben wir vor allem im Februar in den letzten Jahren nie erlebt. Der Februar hat sich in den letzten acht Jahren dadurch ausgezeichnet, dass er mild war und zum Beispiel vor zwei Jahren gar keinen Niederschlag gebracht hat. Es war ein trockenes und warmes Monat ist der Februar geworden", erklärt Marcus Wadsak gegenüber dem ORF.
Doch das war nicht immer so! "Wenn wir weiter zurückblicken, also Menschen in meinem Alter, können sich erinnern, dass es so ein Winter-Ereignis früher mindestens jeden zweiten Winter gegeben hat – sogar mit größeren Schneemengen", stellt der Meteorologe klar.
Betrachte man aber die jüngere Vergangenheit – die Jahre seit 2000 – müsse man aber dann schon weit zurückblicken, "bis wir Schneefall in dieser Dimension, vor allem im Osten Österreichs, sehen. 20 Zentimeter in Eisenstadt, Wien oder St. Pölten, gab es erst 15 oder 20 Jahre vor dieser Zeit. In Wien gab es so ein Schnee-Ereignis mit so viel Schnee in so kurzer Zeit tatsächlich vor mehr als 20 Jahren das letzte Mal", erklärt Wadsak im ORF.
Dementsprechend sei das die Bevölkerung auch "nicht mehr gewohnt und tun uns deshalb auf unseren Wegen schwer. Und das ist auch im Zeiten des Klimawandels etwas, das noch vorkommen kann, aber deutlich seltener geworden ist, als noch vor der Jahrtausend-Wende", so der Wetter-Experte.
Aber wie geht es eigentlich in den nächsten Stunden mit dem Wetter weiter? Österreich – vor allem der Osten des Landes – könne sich auf Entspannung einstellen. "Der Schneefall klingt ab, was aber bleibt, ist dieser schwere Schnee, der weiter zu Brüchen führen kann. Auch Hochspannungsleitungen sind da noch gefährdet, weil jetzt auch noch Wind dazu kommt und die Lage mit Wind-Verwehungen verschärft", sagt Wadsak.
Im Video: Schnee-Chaos in Wien! Wintereinbruch legt City lahm
In der südlichen Steiermark müsse man hingegen weiterhin auf den Schnee achten – ebenso wie im Südburgenland. "Hier kann der Schnee sogar bis zum Abend andauern. Dann ist diese Winter-Geschichte, aber was das Wetter betrifft, erledigt", wagt der Meteorologe einen Ausblick und sagt auch:
"Eine eisige Nacht kommt auf uns zu! Samstagfrüh wird es wirklich sehr frostig sein, Temperaturen bis minus 10 Grad für Niederösterreich sind möglich. Im Westen bahnt sich der nächste Niederschlag an. In tiefen Lagen wird es am Samstag ein Regentag, weil es milder wird am Wochenende. Milderes Wetter stellt sich ein! Das bringt aber noch einmal eine Gefahr, nämlich Schnee auf den Bergen."
Im Video: Winter-Einbruch in Österreich
In Vorarlberg und Tirol könne teilweise noch ein halber Meter Schnee oberhalb von 1.000 bis 1.500 Meter fallen. Und das verschärfe laut Wadsak noch einmal die Lawinengefahr, "die heuer ohnehin schon so groß ist." Die Lage werde sich auf den Bergen noch einmal verschärfen. Im Flachland gehe es aber jetzt über das Wochenende hinaus in Richtung Frühling.
Am Samstag zeigt sich der Himmel meist stark bewölkt, von Westen her setzt im Tagesverlauf verbreitet Regen ein. Die Schneefallgrenze steigt rasch auf über 1.000 Meter. Dazu weht mäßiger bis lebhafter Westwind. Die Temperaturen erreichen 0 bis +5 Grad.
Am Sonntag dominieren dichte Wolken, dazu fällt über weite Strecken des Tages immer wieder Regen. Sonnige Auflockerungen bleiben die Ausnahme. Am Nachmittag werden die trockenen Phasen zunehmend häufiger. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus West. Die Temperaturen erreichen 6 bis 10 Grad.
Der Montag zeigt sich meist stark bewölkt, von den Morgenstunden an fällt Regen. Am Nachmittag lässt der Niederschlag nach und es trocknet zunehmend ab, stellenweise lockert es etwas auf. Es weht mäßiger bis lebhafter Westwind. Die Temperaturen erreichen 8 bis 14 Grad und bleiben damit für die Jahreszeit mild.
Der Dienstag zeigt sich verbreitet trüb und nass. Erst am Nachmittag lässt der Regen vom Waldviertel über das Weinviertel bis ins östliche Flachland allmählich nach. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus West, die Temperaturen erreichen maximal 6 bis 10 Grad, damit wird es wieder etwas kühler als zuletzt.