Österreich liegt am Donnerstag unter dem Einfluss eines sich verstärkenden Italientiefs. Damit wird es im gesamten Bergland sowie bis Freitagmorgen auch im Donauraum und im südöstlichen Flachland noch einmal winterlich. Am Freitag zieht das Italientief nach Osten ab, aus Westen kommt jedoch bereits am Samstag die mächtige Warmfront eines Atlantiktiefs auf. Sie leitet eine primär nördlich der Alpen recht unbeständige, zeitweise windige und vor allem landesweit deutlich mildere Westwetterlage ein, die uns bis in die erste Hälfte der neuen Woche begleiten wird. Der Wintereinbruch der kommenden Stunden ist somit nur von kurzer Dauer.
Doch wie viel Schnee kommt in den nächsten Tagen wirklich nach Österreich? "Heute" wollte es genau wissen und fragte bei UBIMET-Expertin Jessica Spengler nach. Und die Meteorologin verrät nicht nur, wovor genau gewarnt wird, sondern erklärt auch, wie es nach dem markanten Wintereinbruch in der Alpenrepublik mit dem Wetter weitergehen wird.
Aktuell handelt es sich bei unseren Warnungen um Schneewarnungen bis zu violett.
Einerseits ist im Straßenverkehr aufgrund der geschlossenen Schneedecke und der durch den anhaltenden Schneefall eingeschränkten Sicht mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Andererseits besteht in der Nähe von Gebäuden die Gefahr von Dachlawinen, zudem können Äste unter der Last des Schnees abbrechen.
Abgesehen vom Rheintal und Teilen Unterkärntens ist vielerorts mit einer durchgehenden Schneedecke zu rechnen. Im Flachland werden die größten Neuschneemengen im Osten erwartet: Vom Mostviertel über das Wiener Becken bis ins Nord- und Mittelburgenland dürften verbreitet 15 bis 25 Zentimeter fallen. Im Wienerwald sowie in der Buckligen Welt sind sogar rund 30 Zentimeter möglich, lokal auch noch etwas mehr. Im Norden Österreichs werden etwa 10 bis 15 Zentimeter prognostiziert, im Südosten hingegen eher 5 bis 10 Zentimeter. Auch in den Alpen schneit es zeitweise intensiv. Besonders ergiebig dürfte es am Arlberg, im Tiroler Oberland, am Brenner sowie in Osttirol und Oberkärnten werden, wo je nach Seehöhe zwischen 15 und 30 Zentimeter zusammenkommen können. Spürbar geringer fallen die Mengen im östlichen Bergland – vom Tennengau bis ins Mur- und Mürztal – sowie in Unterkärnten aus, dort sind lediglich 3 bis 5 Zentimeter zu erwarten.
Vor allem im Osten empfiehlt es sich am Freitag, sofern möglich, im Homeoffice zu arbeiten. Von Rekordschneemengen sind wir zwar noch entfernt, dennoch sind derartige Neuschneemengen keine Alltäglichkeit. Entsprechend ist mit spürbaren Einschränkungen und Verzögerungen im Straßenverkehr zu rechnen.
Nach den Anzuckerungen und dem Geflöckel im Tagesverlauf ist dann spätestens heute am Abend in der Stadt mit kräftigem Schneefall zu rechnen, welcher sich bis in den Freitagvormittag fortsetzt. Nach aktuellem Stand kommen zwischen 15 und 20 Zentimeter zusammen. Wobei im Westen in Richtung Wienerwald auch 25 Zentimeter möglich sind.
Ein Italientief zieht von Norditalien weiter nach Osteuropa. Dabei befinden wir uns am niederschlagsintensiven Nordrand dieses Tiefdruckgebiets. In Kombination mit kühlen Luftmassen aus Norden steht uns somit ein kurzer, aber markanter Wintereinbruch bevor.
Im Video: Unwetter-Warnungen für mehrere Bundesländer ausgerufen
Der Wintereinbruch hat nur ein kurzes Heimspiel. Zu Beginn der neuen Woche dreht die Strömung auf West und somit klopft schon mal der Vorfrühling an. Im Detail bedeutet das:
Der Freitag beginnt verbreitet mit dichten Wolken und mit Schneefall bis in tiefe Lagen. Bis Mittag klingt der Schneefall aber ab und es beginnt aufzulockern, am längsten trüb bleibt es vom Bregenzerwald bis ins Salzkammergut. Abseits davon stellt sich ein zunehmend freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein, im Süden dominiert bei starkem Nordföhn der Sonnenschein. Auch im Osten weht der Nordwestwind lebhaft bis kräftig, von Nord nach Süd werden -3 bis +7 Grad erreicht.
Am Samstag regnet es an der Alpennordseite zeitweise, die Schneefallgrenze steigt in der Westhälfte auf über 1.000 Meter an. Im Osten sowie in Osttirol und Oberkärnten ziehen ab Mittag Schauer durch, dort fällt bis auf etwa 600 Meter Schnee. Trocken und zeitweise sonnig bleibt es am ehesten vom Klagenfurter Becken bis ins Südburgenland. Im Osten weht mäßiger Südostwind, nördlich der Alpen frischt lebhafter Südwestwind auf. Die Höchstwerte liegen von Ost nach West zwischen 1 und 10 Grad.
Der Sonntag bringt im Bergland und im Osten dichte Wolken, dazu fällt an der Alpennordseite zeitweise etwas Regen. Im Osten ziehen ein paar Schauer durch, zwischendurch sind aber auch trockene Abschnitte zu erwarten. Im Südosten verläuft der Tag hingegen trocken und sonnig aufgelockert. Der Wind weht lebhaft, im Donauraum kräftig aus West, mit diesem steigen die Höchstwerte auf 5 bis 14 Grad an.
An der Alpennordseite dominieren am Montag zunächst viele Wolken, im weiteren Verlauf setzt von Norden her Regen ein und breitet sich rasch aus. Südlich der Alpen bleibt es hingegen meist trocken, dort lockert es zeitweise auf und die Sonne zeigt sich gelegentlich. Im Norden weht mäßiger bis lebhafter Westwind. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 und 12 Grad und damit auf einem für die Jahreszeit milden Niveau.