Im französischen Skiort Bonneval-sur-Arc, nahe der italienischen Grenze, haben Schneepflüge in den vergangenen Tagen beeindruckende Schneisen in meterhohen Neuschnee geschlagen.
Das kleine Bergdorf auf rund 1.800 Metern Höhe wurde von 1,5 Metern frischem Schnee in nur sieben Tagen regelrecht begraben.
Die Zufahrtsstraße zwischen Bonneval-sur-Arc und der Nachbargemeinde Bessans musste mit schwerem Gerät freigeräumt werden. Dabei entstanden Schneewände, die teilweise höher sind als die eingesetzten Bulldozer.
Am Gipfel wurden Schneehöhen von bis zu 294 Zentimetern gemessen, am Fuß der Pisten lagen immerhin noch 120 Zentimeter.
Meteorologe Andrea Vuolo erklärt zu den spektakulären Aufnahmen auf Social Media: "Wir befinden uns hier auf einer Höhe zwischen 1.500 und 1.800 Metern, in einem der Gebiete der Westalpen, die am stärksten von den heftigen Schneefällen der letzten Tage betroffen sind."
Ein intensiver nordwestlicher Luftstrom habe selbst in den westlichen und nördlichen Talenden des Piemonts zu Schneemengen von 70 bis 90 Zentimetern geführt. Die Lawinengefahr liegt derzeit bei Stufe drei bis vier von fünf – markant bis stark. Trotzdem sind große Teile der Skigebiete geöffnet.
Besonders dramatisch ist die Situation im benachbarten Savoie: Eine Lawine hat die einzige Zufahrtsstraße zum Weiler Le Villard komplett blockiert.
Laut "BFMTV" türmt sich seit Montag (16. Februar) ein Schneewall von bis zu zehn Metern Höhe und mehr als 300 Metern Länge vor dem Ort.
Autos können die Strecke nicht mehr passieren; die Bewohner sind nun auf einen provisorischen Fußweg mit Schneeschuhen angewiesen.
Drei Schneeräumfahrzeuge arbeiten sich Meter für Meter durch die Masse: "Rund 100 Meter sind bereits freigeräumt, etwa 200 Meter stehen noch bevor", berichten die Behörden.
Parallel musste in Bonneval-sur-Arc nach einer kontrolliert ausgelösten Lawine eine Straße gesperrt werden.
Bilder zeigen Fahrzeuge, die wie in einem Tunnel zwischen meterhohen Schneewänden fahren. Für den betroffenen Teil von Savoie gilt derzeit die Lawinenwarnstufe Gelb. Zuvor hatte eine Lawine bei Valloire ein offenes Gelände außerhalb des Skigebiets erfasst und dabei eine Person getötet.