Die Lage in Tirols Bergen bleibt extrem angespannt. Nach weiteren Schneefällen hat der Lawinenwarndienst für Montag, 16. Februar, die zweithöchste Warnstufe 4 ausgerufen. Betroffen sind die Allgäuer und Lechtaler Alpen, die Verwallgruppe und die Silvretta. Wintersportler sollen unbedingt auf gesicherten Pisten bleiben.
Erst am Sonntag kam es zu einer Tragödie: Zwei 37-jährige Snowboarder verloren am Stubaier Gletscher ihr Leben. Die beiden Österreicher waren im freien Gelände im Bereich Mutterbergl unterwegs, als sich ein gewaltiges Schneebrett löste. Rund 300 Meter wurden sie mitgerissen. Die Bestürzung unter den Angehörigen und Freunden der Unfallopfer ist groß.
Die Experten des Tiroler Lawinenwarndienstes sprechen von einer "sehr kritischen Situation". Tirols Sicherheitslandesrätin Astrid Mair appelliert an alle Wintersportler, "größtmögliche Zurückhaltung" zu üben, Touren sorgfältig zu planen und Risikobereiche konsequent zu meiden.
"Große Lawinengefahr bedeutet, dass Lawinen bereits leicht ausgelöst werden können. Die Gefahr abseits gesicherter Pisten ist groß. Wir appellieren daher eindringlich an alle Wintersportler zur Zurückhaltung in den betroffenen Gebieten", so Mair eindringlich.
Hintergrund der zunehmend heiklen Lage sind auch veränderte Schneeverhältnisse. Durch die globale Erderwärmung (siehe weiter unten) wechseln sich milde Phasen und intensive Schneefälle häufiger ab. Dadurch entstehen instabile Schneeschichten, die Lawinen begünstigen.
Auswirkungen der Erderwärmung auf Lawinen
Eine Entspannung der aktuellen Lawinensituation ist derzeit nicht in Sicht. "Eine Kaltfront bringt am Dienstag weitere ergiebige Schneefälle", prognostiziert Matthias Walcher vom Lawinenwarndienst. Die Gefahr bleibt damit hoch.