Jetzt wird es heftig! "Achtung, Schnee!", warnen die Meteorologen der Unwetterzentrale UWZ Donnerstagmittag. Österreich liegt aktuell unter dem Einfluss eines sich verstärkenden Italientiefs. Schwerpunkt war erst der Südwesten, doch auch in Wien schwebten dicke Flocken vom Himmel.
Und es kommt noch härter: In der Nacht auf Freitag sinkt die Schneefallgrenze auch im Südosten in tiefe Lagen, es schneit kräftig. Der Wind verstärkt sich in der zweiten Nachthälfte, weht zum Morgen hin lebhaft bis kräftig aus Nord.
"Am Abend und in der Nacht verschiebt sich der Schwerpunkt in den Osten und Südosten. Freitagfrüh kündigen sich hier teils erhebliche Verkehrsbehinderungen an", erklären die Wetter-Experten die Herausforderung. In Niederösterreich und Wien sind durchaus 10 bis 20 cm Neuschnee möglich.
"Eine Schneedecke von 20 cm Schnee in Wien wurde zuletzt am 3.12.2023 gemessen", fügt UWZ-Meteorologe Nikolas Zimmermann hinzu. In Teilen des Nordburgenlands gab es sowas laut ORF-Wettermann Manuel Oberhuber zuletzt vor 21 Jahren. Auch er erwartet gröbere Einschränkungen auf den Straßen sowie am Flughafen Schwechat.
"Auch Hauptverbindungen wie die Südautobahn können betroffen sein, ganz besonders in den höher gelegenen Abschnitten, wie am Wechsel und auf der Pack. Außerdem können unter der Schneelast Bäume umstürzen und Stromleitungen beschädigen", heißt es seitens der GeoSphere Austria.
Der Freitag beginnt verbreitet mit dichten Wolken und mit Schneefall meist bis in tiefe Lagen. Bis Mittag klingt der Schneefall aber von Norden her ab und es beginnt aufzulockern, am längsten trüb bleibt es vom Bregenzerwald bis ins Salzkammergut sowie im Südosten.
Abseits davon stellt sich ein zunehmend freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein, in Osttirol und Oberkärnten dominiert bei starkem Nordföhn der Sonnenschein. Auch im Osten weht der Nordwestwind lebhaft bis kräftig.
Der Wintereinbruch der kommenden Stunden ist aber nur von kurzer Dauer. Am Freitag zieht das Italientief nach Osten ab, aus Westen kommt jedoch bereits am Samstag die mächtige Warmfront eines Atlantiktiefs auf. Sie leitet eine primär nördlich der Alpen recht unbeständige, zeitweise windige und vor allem landesweit deutlich mildere Westwetterlage ein.
"Es ist bis [Freitag] Früh ein letztes kräftiges 'Winter-Aufbäumen'/Schneefall-Ereignis", schreibt etwa Kachelmannwetter-Experte Peter Hinteregger.
Am Samstag regnet es an der Alpennordseite zeitweise, die Schneefallgrenze steigt in der Westhälfte auf über 1000 m an. Im Osten sowie in Osttirol und Oberkärnten ziehen ab Mittag Schauer durch, dort fällt bis auf etwa 600 m Schnee. Trocken und zeitweise sonnig bleibt es am ehesten vom Klagenfurter Becken bis ins Südburgenland. Der Wind weht schwach bis mäßig, im Donauraum lebhaft aus westlichen Richtungen.
Der Sonntag bringt im Bergland und im Osten dichte Wolken, dazu fällt an der Alpennordseite zeitweise Regen. Im östlichen Flachland und im Donauraum ziehen ein paar Schauer durch, zwischendurch sind aber auch trockene Abschnitte zu erwarten. Im Südosten verläuft der Tag hingegen trocken und sonnig aufgelockert. Der Wind weht weiterhin schwach bis mäßig, nördlich der Alpen lebhaft aus West.