Spektakuläres Himmelsleuchten über Wien: In der Nacht auf Dienstag zeigte sich am Himmel ein seltenes Naturschauspiel. Polarlichter waren – wenn auch nur schwach – selbst über der Bundeshauptstadt zu sehen. Verantwortlich dafür war ein starker Sonnensturm.
"Die Schockfront des eintreffenden Sonnensturms war außergewöhnlich stark und hat am Montagabend rasch einen schweren geomagnetischen Sturm ausgelöst, wodurch auch in mittleren Breiten Nordlichter sichtbar waren. Im Laufe der Nacht hat der Kern des Sonnensturms die Erde erfasst, allerdings war die nördliche magnetische Ausrichtung des interplanetaren Magnetfelds zunächst ungünstig für Nordlichter, sodass sich der geomagnetische Sturm abgeschwächt hat", erklärt Ubimet-Experte Nikolas Zimmermann gegenüber "Heute".
"Das letzte Mal habe man so helle Polarlichter in Mitteleuropa im Mai 2025 gesehen", erklärte Michael Jäger, Obmann des Astronomischen Zentrums Martinsberg. Besonders beeindruckend: die grünen Polarlichter, die man sonst eher in Skandinavien bestaunen kann.
Der Sonnensturm, der das Schauspiel auslöste, erreichte laut US-Atmosphärenbehörde NOAA die zweithöchste Kategorie G4. Die geladenen Teilchen des Sonnenwinds trafen mit hoher Geschwindigkeit auf das Magnetfeld der Erde und brachten die Atmosphäre zum Leuchten.
In Wien erschwert allerdings die starke Lichtverschmutzung die Sicht. Wer das Spektakel besser sehen wollte, musste sich Richtung Wienerwald oder auf einen der Hausberge begeben.
Auch in der kommenden Nacht gibt es eine kleine Chance auf Polarlichter – doch Nebel und fehlende neue Sonnenausbrüche werden vermutlich die Aussichten trüben. Zimmermann dazu: "In den Morgenstunden wurde die magnetische Ausrichtung wieder günstiger für Nordlichter und der geomagnetische Sturm hat sich wieder verstärkt, allerdings war es hierzulande zu diesem Zeitpunkt bereits wieder hell. Der geomagnetische Sturm ist derzeit weiterhin aktiv, insgesamt lässt seine Intensität jedoch nach. Die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter in Mitteleuropa geht daher weiter zurück. Aktuell gäbe es zwar noch Chancen, bis zum Sonnenuntergang dürfte es jedoch nicht mehr ausreichen."