Offene Worte

Verstappen-Entscheidung: F1-Star war "angepisst"

Die Wege von Max Verstappen und Esteban Ocon kreuzten sich bereits früh. Der Franzose erzählte nun, warum er richtig "angepisst" auf den F1-Star war. 

Sport Heute
Verstappen-Entscheidung: F1-Star war "angepisst"
Max Verstappen und Esteban Ocon.
Imago Images

Verstappen ist drauf und dran, zum vierten Mal Formel-1-Weltmeister zu werden, gilt mit seinem Red Bull als haushoher Favorit auf den Titel der Saison 2024. Während Ocon im aktuell unterlegenen Alpine nur hinterher fährt, in den ersten beiden Saisonrennen einen 13. Platz als bestes Saisonergebnis zu Buche stehen hat. 

Schon zu frühen Karting-Zeiten traf Ocon auf Verstappen, der stets von seinem Vater Jos, selbst Formel-1-Pilot, unterstützt wurde. "Jeder hatte ein bisschen Angst vor Jos Verstappen. Und vor Max dann auch, weil Jos ist schon Formel 1 gefahren und war dafür bekannt, wie hart und angsteinflößend er sein konnte, wenn er mit anderen Burschen gesprochen hat", schilderte Ocon im "High Performance"-Podcast. 

Er und sein Vater, so betonte der 27-Jährige, seien aber nie eingeschüchtert gewesen. "Wir wollten einfach nur fahren. Wir sind wirklich harte Rennen gegeneinander gefahren. Manchmal bin ich nicht dort gelandet, wo ich sein hätte sollen, weil wir so harte Kämpfe hatten. Aber dadurch habe ich richtig viel gelernt. Und ich hoffe, dass er auch dadurch etwas gelernt hat", erzählte Ocon weiter. 

"Richtig angepisst"

"Wir haben uns dann nach einer dreijährigen Pause in der Formel 3 wieder getroffen", erinnerte sich der Alpine-Pilot an die Saison 2014, als die Karriere des heute 27-Jährigen am seidenen Faden hing, obwohl er sportlich auftrumpfte. "Wir sind um den Titel gefahren, es hat mir immer Spaß gemacht, mich mit Max zu duellieren", erzählte Ocon. Der Franzose hatte das bessere Ende auf seiner Seite, holte den Titel in der Europäischen F3-Meisterschaft, während der Niederländer Dritter wurde. Trotzdem schaffte es Verstappen schon im Jahr darauf zu Toro Rosso, dem zweiten Red-Bull-Team, und damit in die Formel 1. 

Die neuen Formel-1-Boliden der Saison 2024

1/21
Gehe zur Galerie
    Die neue Saison steht in den Startlöchern. Das sind die neuen Boliden der verschiedenen Teams.
    Die neue Saison steht in den Startlöchern. Das sind die neuen Boliden der verschiedenen Teams.
    GEPA

    "Das war der Moment, an dem ich drauf und dran war, mit meinem Vater als Mechaniker zu arbeiten, denn das Nachwuchsprogramm von Lotus, in dem ich damals war, hatte kein Geld mehr, um mich weiterzubringen", schilderte der Sieger des Ungarn-Grand-Prix von 2021. "Dass Max nicht den Titel gewonnen hat, nur Dritter wurde und trotzdem in die Formel 1 gekommen ist und ich keine Möglichkeit hatte, weiterzufahren, das war richtig schwer zu verdauen", erzählte der Alpine-Pilot. 

    "Ich war richtig angepisst, das war schwierig. Ich habe es nicht fair gefunden, weil ich immer daran geglaubt habe, dass meine Zeit kommen würde, wenn ich hart arbeite, und dass die Ergebnisse zählen würden. Aber in diesem Moment war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt weiter Rennen fahren würde. Und das war für mich nicht fair", erklärte der Formel-1-Star, der bereits 134 Formel-1-Rennen bestritt, weiter. 

    Wolff sprang ein

    Letztendlich nahm Ocon sein Schicksal selbst in die Hand. "Zwischen den Saisonen 2014 und 2015 war im ständig am Telefon, hab Toto Wolff angerufen und ihn gefragt, ob er eine Lösung für mich weiß. Ich habe ihn gekannt, weil ich in dem Jahr mit einem Mercedes-Motor gefahren bin. Mit Toto und Fred Vasseur haben wir dann eine Lösung gefunden, dass ich in der GP3 weiterfahren konnte. Und diesen Titel habe ich auch gewonnen", erzählte der Franzose. 

    Dadurch wurde Ocon Teil des Mercdes-Nachwuchsprogrammes, schaffte es während der Saison 2016 beim Nachzüglerteam Manor in die "Königsklasse" des Motorsports, wechselte dann zu Force India. 

    Bis heute ist der 27-Jährige in der Formel 1 aktiv, startet seit 2020 für Renault beziehungsweise Alpine, hat aber nach wie vor Verbindungen zu Mercedes. Das betonte Ocon sogar vor dem Saisonauftakt, gilt deshalb sogar als möglicher Nachfolgekandidat für Lewis Hamilton, der den Rennstall mit Jahresende 2024 Richtung Ferrari verlässt. 

    Auf den Punkt gebracht

    • Max Verstappen und Esteban Ocon hatten bereits in ihren frühen Karting-Zeiten harte Duelle, die Ocon jedoch später dazu veranlassten, von Verstappen "angepisst" zu sein
    • Obwohl Ocon den Titel in der Europäischen F3-Meisterschaft gewann, während Verstappen Dritter wurde, schaffte es letzterer bereits im Jahr darauf in die Formel 1, während Ocon um seine Rennfahrerkarriere bangen musste und schließlich durch eigene Bemühungen und Verbindungen zu Mercedes seinen Weg in die "Königsklasse" des Motorsports fand
    red
    Akt.
    An der Unterhaltung teilnehmen