Der Vierfach-Weltmeister wird wohl kein Fan der neuen Formel 1 mehr. Seit Jahresbeginn gilt ein gänzlich verändertes Reglement in der Motorsport-"Königsklasse", sowohl auf Chassis-Seite, als auch bei den Motoren. Und gerade die neuen Antriebseinheiten passen dem Niederländer so gar nicht. Diese erzeugen nämlich die Hälfte der Energie elektrisch.
Das bringt auch ein verändertes Fahrverhalten mit sich – Stichwort Batterie-Management. So hat der Red-Bull-Star bei den Testfahrten bereits einen Trick gezeigt. Verstappen schaltete auf dem Testkurs in Bahrain in drei langsamen Kurven in den ersten Gang hinunter, um so zu rekuperieren. Das war in der Motorsport-"Königsklasse" früher undenkbar.
Der 28-jährige Red-Bull-Star hat mehrmals seine Zukunft in der Formel 1 offen gelassen, mit dem "Spaßfaktor" in der "Königsklasse" verbunden. Er wolle gewinnen, aber er wolle auch das Rennfahren genießen, betonte Verstappen mehrmals. Nach seinen ersten Testrunden in Bahrain hatte Verstappen die neue Formel 1 jedenfalls vernichtet. Er sprach von "Formel E auf Steroiden" und von "Anti-Racing".
Kritik, die der Vierfach-Champion nach einigen Testkilometern mehr noch einmal erneuerte. Und sogar noch einen drauflegte. Auf die Frage, ob sich die Formel 1 noch stärker in Richtung der Formel E wandeln könnte, meinte Verstappen: "Hoffentlich nicht. Da geht es nicht um die Fahrer. Es gibt viele gute Fahrer dort, aber ich will nicht, dass wir nahe an der Formel E dran sind", meinte er.
"Ich will, dass wir die Formel 1 sind. Ich will nicht, dass wir den Batterieanteil vergrößern. Ich will, dass wir die Batterie loswerden", wurde Verstappen deutlich. Er wolle einen starken Motor. "Die Formel E soll die Formel E bleiben", meinte er. In der vollelektrischen Rennserie soll es künftig ein noch stärkeres Auto geben, mit umgerechnet gut 600 PS Leistung und im Boost-Modus kurzzeitig bis zu 815 PS. "Das werden sicher coole Autos. Aber lasst es die Formel E sein", unterstrich der 28-Jährige.
Verstappen wurde dann noch gefragt, ob er wegen seiner kritischen Äußerungen über die Formel-1-Zukunft denn Sanktionen vonseiten der FIA oder der Rennserie selbst erhalten habe. Dies verneinte der Vierfach-Weltmeister aber. "Das ist meine Meinung. Wir leben in einer Welt mit Meinungsfreiheit."