Von Mittwoch bis Freitag stiegen die ersten offiziellen Testfahrten der neuen Formel-1-Ära mit einem gänzlich geänderten Reglement – sowohl auf Chassis-Seite, als auch bei den Motoren. Die Aerodynamik wird durch verstellbare Front- und Heckflügel auf den Geraden dynamischer gestaltet, bei den Motoren kommt künftig rund die Hälfte der etwa 1.000 PS von einem Elektromotor.
Das verändert auch das Fahrverhalten, wie sich bei Vierfach-Weltmeister Max Verstappen bereits zeigte. Der Red-Bull-Star schaltete etwa bei den Testrunden in Bahrain in drei besonders langsamen Kurven in den ersten Gang zurück. Früher undenkbar, nun bringt dies beim Rekuperieren, also dem Aufladen der Batterie, einen Vorteil. Andere Piloten kopierten den Verstappen-"Trick" schnell.
Der Niederländer hatte mehrmals betont, ihm gehe es in der Formel 1 vor allem um den Spaßfaktor. Und der sei mit der aktuellen Autogeneration nicht mehr gegeben. Verstappen sprach von "Anti-Racing", von "Formel E auf Steroiden" und fällte so ein vernichtendes Urteil über die neue Autogeneration, das auch bei dem Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media und der FIA alles andere als gut ankommt.
Genauso wie bei Weltmeister Lando Norris. Der konnte die Verstappen-Äußerungen nämlich nicht nachvollziehen und schoss durchaus wortgewaltig gegen den Red-Bull-Star. "Wenn er aufhören will, dann kann er ja aufhören", richtete der McLaren-Pilot seinem Rivalen aus. "Die Formel 1 ändert sich ständig. Manchmal ist es ein bisschen besser zu fahren, manchmal nicht. Aber wir bekommen eine ordentliche Menge an Geld dafür, dass wir fahren. Also können wir uns nicht wirklich beschweren", meinte der Brite dann. "Jeder kann seine Meinung haben. Ihm gefällt es nicht, mir schon", schmunzelte Norris dann.
Verstappen ließ zumindest einen baldigen Abschied aus der Formel 1 offen. Er sagte mehrmals, er werde so lang fahren, so lang er Spaß habe und gewinnen könne. Stattdessen könnte der Red-Bull-Star seinen Fokus auf andere Projekte legen – etwa 24-Stunden-Rennen und GT3 Umläufe, die Verstappen vermehrt ins Auge fasst. Auch Ferrari-Star und Siebenfach-Weltmeister Lewis Hamilton zeigte sich nicht gerade angetan von der neuen Autogeneration. Für die Formel 1 ist es jedenfalls ein herber Nackenschlag.