Trotz Lockdown sinken die Corona-Zahlen in Österreich nicht nachhaltig. Am Freitag wurden 1.500 Neuinfektionen vermeldet, am Samstag waren es 1.478. Bislang starben laut Gesundheitsministerium 7.703 Personen an den Folgen der Erkrankung.
Wie "orf.at" berichtet, könnten die durch die Pandemie verursachten Todesfälle deutlich höher sein als bisher angenommen. Dies stützt sich auf die Zahlen der Statistik Austria. Laut Berechnungen der Landesstatistik starben im Vorjahr in Österreich 8.400 Menschen mehr als in normalen Jahren. Offiziell wurden aber "nur" etwa 6.500 Corona-Sterbefälle registriert.
Bei der Interpretation der Zahlen mahnte Landesstatistiker Ramon Bauer aber zur Vorsicht. Dass die Coronavirus-Pandemie in Österreich eine hohe "Übersterblichkeit" und einen Rückgang der Lebenserwartung um ein halbes Jahr ausgelöst hat, ist bekannt. Allerdings könnte es auch eine "leichte Untererfassung" bei den offiziellen Corona-Todesfällen geben, da der gesamte Anstieg der Todesfälle über die Anzahl der offiziell registrierten Corona-Sterbefälle hinausgeht.
"Die Untererfassung könnte daher stammen, dass nicht alle, die an Covid verstorben sind, auf Covid getestet wurden", meint Landesstatistiker Bauer. Es können jedoch auch andere Gründe für die Übersterblichkeit verantwortlich sein, wie etwa die Hitzewelle im Sommer. Es muss also nicht zwangsläufig mit der Corona-Pandemie zusammenhängen.
Mit einer starken Grippewelle lässt sich die Corona-Pandemie keinesfalls vergleichen. In Summe sterben dabei deutlich weniger Menschen.
Allein in Wien sind im Vorjahr um 1.550 Menschen mehr verstorben, als in normalen Jahren. Die höchste Übersterblichkeit gab es den Berechnungen zufolge in der Steiermark, wo 15,2 Prozent mehr Menschen gestorben sind.