Pyro-Attacke auf Wiener Polizei bei Demo

Die Szene zeigt einen explodierenden pyrotechnischen Gegenstand, der auf die Polizei geworfen wurde.
Die Szene zeigt einen explodierenden pyrotechnischen Gegenstand, der auf die Polizei geworfen wurde.Video3
Am Samstag eskalierte eine Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und der Polizei. Ein Video zeigt nun, wie die Beamten attackiert worden sind. 

Demo-Eskalation in Wien-Ottakring. Am Samstag marschierten rund 80 Rechtsextreme aus dem Dunstkreis der Identitären am Ottakringer Yppenplatz auf. Gleichzeitig formierten sich rund 600 Gegendemonstranten. Eine Minderheit davon war an der Eskalation beteiligt und attackierte die Polizei. 

Wie berichtet, wurden durch Angriffe auf Polizeibeamte fünf Einsatzkräfte verletzt. Laut Polizeiangaben wurden Straßenblockaden errichtet und die Ordnungshüter mit Flaschen und pyrotechnischen Gegenständen beworfen. Letzteres wurde auch in einem Video festgehalten. 

Polizei verhinderte Aufeinandertreffen

Im Zuge der Anhaltung einiger mutmaßlicher Angreifer, kam eine Person zu Sturz, sie wurde vom Rettungsdienst versorgt. In der Zwischenzeit wurden die Blockaden von Polizisten aufgelöst, wobei es zu keinen Zwischenfällen kam. Gegen 21:00 Uhr wurde die angezeigte Kundgebung der Identitären am Yppenplatz für beendet erklärt.

Die Teilnehmer wurden daraufhin zur U-Bahnstation Alser Straße begleitet. Auf Grund des einsatztaktischen Vorgehens wurde auch hier ein Aufeinandertreffen der verfeindeten Gruppierungen verhindert. Im Laufe des Einsatzes wurde eine Person wegen des Verdachts des versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen, einige Personen angezeigt. Ein geparkter Pkw wurde im Zuge des Demonstrationsgeschehens durch den Wurf eines Gegenstandes beschädigt.

Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl verurteilt die Angriffe aufs schärfste.
Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl verurteilt die Angriffe aufs schärfste.HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com

Polizei-Boss verurteilt Attacken

Wie die Polizei berichtet, erlitten einige Beamte durch die Attacken schwere Knalltrauma. "Mein Verständnis (für Gegendemonstrationen, Anm.) endet aber dort, wo vermummte Autonome gegen Polizisten, die ihrer gesetzlichen Aufgabe nachkommen und andere vor Attacken schützen, mit Flaschen- sowie Pyrotechnikbewurf und anderen Gewalttätigkeiten vorgehen. Dies ist ein rücksichtsloses Verhalten gegen Menschen und staatliche Institutionen, das in keiner Weise hingenommen werden kann und dem die Wiener Polizei auch in Zukunft entschieden entgegentreten wird", erklärte der Präsident der Wiener Polizei, Gerhard Pürstl.

"Mein Dank gilt allen eingesetzten Polizistinnen und Polizisten, die wieder einmal unter Einsatz der eigenen Gesundheit die schwierige Aufgabenstellung hervorragend gemeistert und ihren Beitrag zur Sicherstellung der Grundrechte in Österreich geleistet haben", so der Präsident abschließend.

Bengalos erreichen 2.000 Grad

Die Exekutive erklärte eindringlich, dass geworfene Gegenstände wie etwa Glasflaschen oder Pyrotechnik eine enorme Gefährdung der körperlichen Gesundheit darstellen. Vor allem bei pyrotechnischen Gegenständen sind die Folgen oft unabsehbar. Bengalische Fackeln, die etwa auch in Fußballstadien zum Einsatz kommen, können bis zu 2.000 Grad Celsius heiß werden und somit schwerste Verbrennungen verursachen, heißt es. Auch der Angriff mit Knallkörpern (Böllern) kann zu schweren Schädigungen des Gehörs führen.

Mittlerweile reagierte auch Innenminister Karl Nehammer auf die brutalen Szenen. Angriffe auf Polzisten verurteilte der ÖVP-Politiker dabei aufs schärfste. Diese seien "völlig unverständlich und inakzeptabel". Die Beamten würden "oft unter schwierigen Bedingungen", wie sie bei Versammlungen und Demonstrationen oftmals vorherrschen, für Sicherheit und ein friedliches Zusammenleben sorgen.

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