Montenegro will mit einer Tourismus-Offensive endgültig sein "Kriegs-Image" abschütteln. Natur und Abenteuer sollen in den Fokus gerückt werden. Die Küstengebiete erfreuen sich bereits großer Beliebtheit, auch wenn sie - gemessen an den Urlauberströmen - noch nicht mit Kroatien mithalten können. Nun soll auch das gebirgige Hinterland an Anziehungskraft gewinnen. Im Vorjahr besuchten 17.000 Österreicher das Land der schwarzen Berge.
mithalten können. Nun soll auch das gebirgige Hinterland an Anziehungskraft gewinnen. Im Vorjahr besuchten 17.000 Österreicher das Land der schwarzen Berge.
Montenegro bietet eine reich gegliederte Küste mit romantischen Buchten, hohe Berge mit satter Flora und Fauna. "Die Küsten, einschließlich des Wassersports, sind der Motor des Tourismus", erklärt Daniela Ceranic vom Nationalen Fremdenverkehrsamt Podgorica. Jetzt wolle man das Augenmerk auf das Hinterland, die ländlichen Gebiete richten, die großes Potenzial bergen.
Montenegro hat Großes vor
Panoramastraßen sollen gebaut werden, um Kulturdenkmäler und Naturschönheiten besser zugänglich zu machen, Wander- und Radrouten entwickelt werden. Dazu gehört auch die Vogelbeobachtung am Shkodra-See. Die Bergwelt will Montenegro überregional, gemeinsam mit Kroatien und Kosovo vermarkten.
Daneben erfolgt die weitere Aufschließung der Küsten nach einem nationalen Entwicklungsplan, führt Ceranic aus. Business-Tourismus mit entsprechendem Kongress-Angebot in den großen Hotels soll auch in der Nebensaison Gäste bringen. In dieser Absicht wurde das Marketing in Deutschland intensiviert. In der Nebensaison sei Montenegro um 20 bis 30 Prozent billiger als Kroatien.
Vor allem Gäste aus Region, aber auch 17.000 Österreicher
Der Tourismus macht 20 Prozent des BNP aus. 1,5 Millionen Ankünfte (9,4 Millionen Nächtigungen) verzeichnete Montenegro laut Fremdenverkehrsamt im Vorjahr. Fast 17.000 Touristen (75.000 Nächtigungen) kamen aus Österreich. Das Gros der Touristen, 30-35 Prozent, stammt nach wie vor aus der Region (Serbien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Albanien) und reist per Auto an. Russen machen 20-25 Prozent der Gäste aus.
In der Fremdenverkehrswirtschaft wurden Investitionen von Russen getätigt, auch Kanada, Singapur und Aserbaidschan betreiben größere Projekte. 30 Prozent entfallen auf westeuropäische Staaten. Einige montenegrinische Unternehmer haben attraktive Anlagen in malerischen Buchten auf die Beine gestellt, mit Sport- und Gastronomieangebot, wie das Plaza Ploce bei Budva.