Die Vienna Pride 2026 geht vom 29. Mai bis 14. Juni über die Bühne. Sie gilt als größte Menschenrechtsveranstaltung für LGBTIQ+-Personen in Österreich und bietet eine Bühne, um mit Lebensfreude, Sichtbarkeit und Austausch für Gleichberechtigung und Menschenrechte einzutreten.
Wie ORF Wien berichtet, gibt es heuer aber einige Änderungen: Wegen finanzieller Kürzungen startet die Vienna Pride erstmals mit einem eintägigen Community Fest im Prater, gemeinsam mit dem Pride Run Vienna. Das Pride Village am Rathausplatz findet nur in abgewandelter Form und ebenfalls eintägig am Tag der Regenbogenparade statt. Weitere Veranstaltungen bleiben laut den Organisatoren von den Einsparungen aber weitgehend verschont.
Die Förderung der Stadt Wien wurde fast halbiert – sie sinkt um rund 50 Prozent auf 350.000 Euro. "Natürlich sind wir enttäuscht, dass die Stadt Wien bei der Menschenrechtsarbeit sparen muss und die Förderung für die Vienna Pride um fast 50 Prozent auf 350.000 Euro gekürzt wird, gerade da die Vienna Pride für die Stadt ein Vielfaches an Wertschöpfung durch Tourismus und Ähnliches wieder einspielt", sagte Katharina Kacerovsky-Strobl, Veranstalterin der Vienna Pride und Geschäftsführerin der Stonewall GmbH. Sie fordert, dass so eine Kürzung nicht mehr vorkommen darf.
Wichtig sei, dass "die Stadt Wien die Vienna Pride auch künftig als das anerkennt, was sie ist: Eine zentrale menschenrechtliche und gesellschaftliche Institution dieser Stadt. Denn eine Gesellschaft, die sich für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen einsetzt, ist eine offenere, inklusivere und stärkere Gesellschaft für alle."
Auch Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) unterstreicht, wie wichtig es ihr ist, "trotz einer angespannten budgetären Situation die Sichtbarkeit der LGBTIQ+-Community weiterhin zu garantieren und gemeinsam die Regenbogenhauptstadt Wien hochzuhalten". Gerade in schwierigen Zeiten müsse "die Solidarität und das Miteinander erhalten" bleiben.
Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien, die die Regenbogenparade organisiert, zeigt sich frustriert über die Kürzungen. "Gerade in herausfordernden Zeiten sind verlässliche Signale für Schutz, Sichtbarkeit und Gleichstellung wichtig. Wir sind uns der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bewusst und möchten zugleich betonen, dass solche Kürzungen die Ausnahme bleiben müssen, damit die Gleichstellung von LGBTIQ+-Menschen endlich erreicht werden kann. Gleichzeitig erwarten wir, dass andere zentrale Projekte wie das Zentrum für Transmedizin konsequent weiterverfolgt werden", so Otte.
Die Grünen Wien kritisieren die angekündigten Förderkürzungen für die Vienna Pride 2026 scharf: Parteivorsitzender Peter Kraus warnt, dass dies die Sichtbarkeit der queeren Community schwächt. Katharina Schöll-Laussermayer ergänzt, Wien müsse zu seiner queeren Community stehen; Kürzungen untergraben Teilhabe und gesellschaftliche Solidarität.