Dabei hatte der Mutterkonzern VW zunächst noch ganz große Pläne. Gleich zwei Marken sollten die Motorsport-"Königsklasse" bereichern. Einerseits Porsche und andererseits Audi. Die Ingolstädter haben es auch tatsächlich geschafft, stiegen beim Schweizer Rennstall Sauber ein und werden ab 2026, mit dem Beginn des neuen Motorenreglements, auch selbst Triebwerke herstellen.
Porsche hatte lange den Plan, mit Red Bull gemeinsame Sache zu machen. Die Verhandlungen waren auch bereits weit fortgeschritten. Red Bull Powertrains, die Motor-Abteilung der Bullen, sollte gemeinsam mit der Luxusmarke schließlich die Triebwerke produzieren. Dafür wollte die VW-Tochter aber 50 Prozent des Rennstalls übernehmen, kolportierte 500 Millionen Euro auf den Tisch legen.
Doch das lehnte Red Bull ab. Die Strukturen im milliardenschweren VW-Konzern wurden als zu träge angesehen. Bei den Bullen ist man kurze Wege gewohnt. Zu Lebzeiten entschied noch Gründer Dietrich Mateschitz beinahe im Alleingang. Eine derartige komplexe Struktur lehnte der heimische Rennstall schließlich ab. Auch, weil Red Bull mittlerweile selbst die Triebwerke bauen kann. Der beinahe schon fixe Deal platzte im September 2022 schließlich spektakulär.
Trotzdem hat der Luxus-Autobauer nicht aufgegeben – bis jetzt. Am Rande des Rennwochenendes wurde bekannt, dass die Marke nach drei weiteren Körben endgültig aufgibt und nicht in die Formel 1 einsteigen wird, dies berichten internationale Medien übereinstimmend. Damit ist Audi der einzige VW-Vertreter in der "Königsklasse".
Zunächst hatte Porsche beim aktuellen Nachzüglerteam Williams sein Glück versucht, holte sich allerdings eine Absage, der britische Rennstall wird auch künftig mit Mercedes-Motoren fahren. Auch McLaren zeigte kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Deutschen. Und im Mai holte sich der Autobauer auch bei Aston Martin einen Korb. Der plötzlich erstarkte Rennstall wird künftig zum Honda-Partner. Und Porsche zieht sich zurück.