Coronavirus

Vierter Lockdown ist für Experten "durchaus denkbar"

Blüht uns bald der nächste harte Lockdown? Für den Statistiker liegt das durchaus im Bereich des Möglichen. Er warnt vor voreiligen Lockerungen.
Clemens Pilz
20.02.2021, 10:38

Statistiker Erich Neuwirth wertet seit einem Jahr sämtliche Corona-Zahlen aus. In der ZiB Nacht bezeichnete der Experte am Freitagabend eine etwaige Öffnung der Gastronomie als "sehr riskantes Spiel". Seit einer knappen Woche steigen die Zahlen wieder an, das könnte "im schlimmsten Fall der Beginn einer neuen exponentiellen Phase sein", zeichnete er ein düsteres Bild. Es sei "jedenfalls ein sehr instabiler Zustand."

Nächster Lockdown denkbar

Nach einem etwaigen vierten Lockdown gefragt, antwortete der Statistiker: "Das ist durchaus denkbar. Ich habe mir heute noch Prognosen aus anderen Staaten angeschaut. Mit den Mutationen besteht eine riesige Unsicherheit und in allen Szenarien kommt tatsächlich eine exponentielle Entwicklung vor."

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Datenlage zu neuen Mutationen unsicher

Der Anstieg der Infektionszahlen lasse sich nur zum Teil dadurch erklären, dass mehr getestet wird, so Neuwirth. "Aber wir haben immer noch zu wenig Werte, um genau einzuschätzen, welcher Teil der Entwicklung der klassische Virus ist und mehr Tests, und welcher Teil schon durch die neuen Mutationen verursacht wird, die sich wesentlich schneller verbreiten." Vor diesem Hintergrund warne er vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

Impfschutz als große Unbekannte

Auch Infektiologe Christoph Wenisch warnte vor einem "Reset" der Pandemie durch neue Mutationen, sofern diese nicht durch die aktuellen Impfungen bekämpft werden können: In wenigen Wochen bis Monaten werde man wissen, ob die Mutationen aufgehalten werden konnten. Und man werde erfahren, was das für den Impfschutz und das Risiko von Re-Infektionen bedeute. Wenn sich eine Mutation durchsetze, gegen die bestehende Impfungen nicht wirken, "beginnt die ganze Geschichte von Neuem und wir brauchen neuen Impfstoff".