Virologe Drosten: "So lange dauert die Pandemie noch"

Christian Drosten glaubt, dass Masken und Impfungen uns noch bis Jahresende begleiten werden.
Christian Drosten glaubt, dass Masken und Impfungen uns noch bis Jahresende begleiten werden.Kay Nietfeld / dpa / picturedesk.com
Christian Drosten hat in der Pandemie Berühmtheit erlangt. Nun sagt der Virologe, wie lange Masken und Impfungen uns noch beschäftigen werden.

Seit bald zwei Jahren begleiten uns Masken, Tests und andere Covid-Maßnahmen. Die Frage, wann der Spuk endlich vorbei ist, stellen sich viele. Im Interview mit dem Tagesspiegel lässt der deutsche Star-Virologe Christian Drosten mit einigen Aussagen aufhorchen. 

"Ganzes Stück des Weges schon geschafft"

Bereits 2020 war sich Drosten sicher, dass Corona das bestimmende Nachrichten-Thema des Jahren bleiben würde. Der Chef-Virologe der Berliner Charite sollte mit dieser Prognose recht behalten, auch wenn er seine Einschätzung damals nur seiner Frau mitteilte. 

Doch Drosten gibt nun auch Einschätzungen ab, wann und vor allem wie die Pandemie in Mitteleuropa enden wird. Die Impfung sei dabei der Schlüssel zum Erfolg. "Wir haben jetzt schon ein ganzes Stück dieses Weges geschafft über Impfungen. Den müssen wir jetzt zu Ende gehen, damit wir im Laufe des Jahres 2022 in die endemische Phase kommen und den pandemischen Zustand für beendet erklären können."

Eine Durchseuchung der Bevölkerung würde dem Virologen zufolge aber zu viele Menschenleben kosten und wäre nicht der adäquate Weg aus der Pandemie herauszukommen. Dennoch ist davon auszugehen, dass früher oder später sich fast jeder mit dem Coronavirus infiziert. 

Dabei sei jedoch vor allem die Impfung erneut wichtig. Jene, die meinen das Coronavirus sollte jetzt wegen der milderen Omikron-Variante durchrauschen, würden laut Drosten nicht recht haben. "Wir können nicht auf Dauer alle paar Monate über eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bevölkerung erhalten. Das muss das Virus machen. Das Virus muss sich verbreiten, aber eben auf Basis eines in der breiten Bevölkerung verankerten Impfschutzes. Die abgeschwächte Infektion auf dem Boden der Impfung, das ist so etwas wie ein fahrender Zug, auf den man aufspringt", so Drosten. 

Dass 2022 das letzte harte Jahr in der Pandemie-Bekämpfung wird, hält Drosten für realistisch, auch wenn ein Anstieg im Winter neuerliche Maßnahmen erfordern würde. Auch dann sollte die Maske nicht in die Ecke geworfen werden. "Wir werden wohl auch wieder Masken tragen müssen in Innenräumen, weil der Übertragungsschutz noch einmal ein wenig sinken wird und die Vulnerablen in der Bevölkerung geschützt werden müssen, besonders die alten Geimpften und die Ungeimpften jeden Alters."

Lockdowns im Winter nicht mehr nötig 

Härtere Maßnahmen wie Lockdowns sollten jedoch dann der Vergangenheit angehören und ein großer Schritt zurück in Richtung Normalität sollte dann möglich sein. Dass Omikron die letzte Variante des Coronavirus ist, kann Drosten nicht versprechen. Jedoch könnten die hohen Infektionszahlen dafür sorgen, dass eine Grundimmunisierung in der Bevölkerung entsteht.

Die Frage, ob eine Impfpflicht notwendig ist, will Drosten nicht beantworten - diese sei eine politische Maßnahme. Eines sei jedoch als virologischer Sicht klar: "Ein Zustand, in dem das Virus sich nicht weiter verbreitet, so dass auch jene Teile der Bevölkerung geschützt sind, die nicht geimpft sind, wird bei diesem Virus nicht zu erreichen sein." Das Risiko als Ungeimpfter schwer zu erkranken, sei dabei gegeben. 

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