Nach langer, schwerer Krankheit ist Kammersänger Josef Luftensteiner am Montag im Alter von 68 Jahren in Wien gestorben. Die Volksoper verliert mit ihm nicht nur einen langjährigen Sänger, sondern auch eine prägende Persönlichkeit hinter den Kulissen. Luftensteiner war Vorsitzender des Betriebsrats sowie Mitglied der Aufsichtsräte der Volksoper und der Bundestheater-Holding.
Geboren 1958 in Wallsee, begann seine musikalische Laufbahn bei den Wiener Sängerknaben. Nach seiner Ausbildung in Linz und ersten Jahren am Grazer Opernhaus holte ihn Eberhard Wächter mit 28 Jahren an die Volksoper, wo er als Figaro debütierte. Geschätzt wurde Luftensteiner nicht nur für seine Stimme, sondern auch für sein joviales, manchmal fast vorlautes Temperament und seinen Teamgeist.
In 34 Bühnenjahren war Luftensteiner in 45 Rollen und 20 Premieren zu erleben. Bis Ende Oktober 2021 stand er an mehr als 1.450 Abenden auf der Bühne. Später machte er sich vor allem als engagierter Betriebsrat und Gewerkschafter einen Namen.
"Wir verlieren mit unserem Lufti einen großen Menschen und lieben Freund", erklärten Volksopern-Direktorin Lotte de Beer und Geschäftsführer Christoph Ladstätter. Minister Andreas Babler (SPÖ) würdigte ihn als "echtes Urgestein unserer Bundestheater", dessen Einsatz für die Menschen auf und hinter der Bühne unvergessen bleibe.