US-Rapper Kanye West (48), der sich inzwischen "Ye" nennt, darf nicht nach Großbritannien einreisen. Seine Mega-Auftritte beim Wireless Festival in London sind damit geplatzt. Er wäre der erste Musiker gewesen, der gleich an drei Tagen Headliner wäre. Daraus wird jetzt aber nichts werden.
Der Musiker hatte am Montag eine elektronische Reisegenehmigung (ETA) beantragt – sie wurde jedoch abgelehnt. Die Begründung der Behörden ist eindeutig: Seine Anwesenheit sei "nicht förderlich für das Gemeinwohl".
West steht seit Jahren wegen antisemitischer, rassistischer und sogar pronazistischer Aussagen massiv in der Kritik. Immer wieder sorgte er mit extremen Äußerungen weltweit für Empörung.
Bereits im Vorfeld der Entscheidung hatten Sponsoren wie Pepsi und Rockstar Energy ihre Zusammenarbeit wegen der Kontroversen beendet.
West versuchte kurz vor der Entscheidung noch, die Wogen zu glätten. Er erklärte, er sei "dankbar", Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Großbritannien treffen zu dürfen. "Ich weiß, Worte allein genügen nicht. Ich muss durch meine Taten zeigen, dass ich mich ändern muss", sagte der Rapper.
Anfang des Jahres hatte er sich im "Wall Street Journal" entschuldigt – begründet mit seiner bipolaren Störung und einer Hirnverletzung. Viele werten die zeitlich zum Album-Release platzierte Reue jedoch als Marketingstrategie.
Der Vorstand der britischen Juden zeigte sich grundsätzlich gesprächsbereit. Präsident Phil Rosenberg machte aber deutlich: "Die Gemeinde will echte Reue sehen."