Pferd-ammt viel Wirbel um einen der renommiertesten Kirchtage Österreichs! Weniger als zwei Wochen vor Beginn des 81. Villacher Kirchtags sorgt ein neues Sicherheitskonzept für großen Aufruhr. Neben Fahrverboten und einer Reduktion von Brandlasten enthält es auch ein eigenes Unterkapitel zu ... Pferden.
Das vom Wiener Sicherheitsexperten Herbert Wagner vorgelegte Konzept sieht vor, dass die Bauerngman – sprich die Initiatoren des Villacher Kirchtags – ein psychologisches Gutachten für die zwölf beim Trachtenumzug teilnehmenden Pferde vorlegen muss. Darin muss festgehalten werden, dass die Tiere keine Gefahr für die Teilnehmer des Brauchtum-Events darstellen. Die Kosten von rund 9.000 Euro soll die Stadt Villach als Veranstalter übernehmen.
Der Landes-Pferdezuchtverband Kärnten zeigt sich in einer Reaktion schockiert. "Die Diskussion 'Pferde zum Psychiater' schlägt wohl jedem Fass den Boden aus", sagen Obmann Marjan Cik und Geschäftsführerin Stefanie Wuzella in einer Stellungnahme. Die Pferde hätten den traditionellen Umzug in den vergangenen 70 Jahren mustergültig begleitet – und das ohne psychologische Gutachten.
"Solche Regelungen sind Spiegelbilder jener Verantwortlichen, die mit aller Gewalt ehrliche und gelebte Tradition mittels Verbürokratisierung und Verordnungswahn zum Aufgeben bringen wollen", kritisieren Cik und Wuzella. Der Pferdezuchtverband wehre sich daher vehement gegen zusätzliche Auflagen und Scheindiskussionen mit selbsternannten Pferdeexperten, so die harte Abrechnung.
Für FPÖ-Kultursprecher Wendelin Mölzer ist die Debatte ein "Sinnbild für linke Fehlentwicklungen in der Kommunalpolitik". Im Gespräch mit "Heute" zeigte sich der Freiheitliche empört: "Das kommt eben dabei heraus, wenn woke Sozis eine Stadt regieren. Anstatt sich um die echten Sorgen der Bürger zu kümmern, will man unsere Noriker und Haflinger jetzt offenbar auf die Couch zum Pferde-Psychiater schicken."
Besonders absurd sei die Tatsache, dass die Villacher Stadtregierung damit strengere Maßstäbe anlegen wolle als das weltbekannte Münchner Oktoberfest. Dort würden laut aktuellen Informationen lediglich reguläre veterinärmedizinische Kontrollen vor und während des Umzugs stattfinden. Ein dauerhaftes, gesetzlich vorgeschriebenes Eignungsgutachten durch externe Sachverständige für jedes einzelne Pferd gebe es auf der Wiesn nicht.
Laut Mölzer handle es sich bei den Auflagen nicht um Tierschutz, sondern "um die bewusste Schikane unserer Traditionsvereine und die schrittweise Vernichtung unseres heimischen Brauchtums durch eine völlig entgleiste linke Verbotspolitik". Der FP-Mann forderte abschließend: "Dieser linke Verbotswahn muss sofort gestoppt werden. Unsere Pferde gehören zum Kirchtagsumzug und zwar ohne psychologisches Profiling."